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Samstag, 29. April 2017

News aus meiner Welt

...Und da bin ich mal wieder.
Nachdem mich mein ehemaliger Nachbar aus Deuschland netterweise darauf hingewiesen hat, dass meine Blogeintraege "unregelmaessig aber immer interessant" sind (an dieser Stelle liebe Gruesse an dich), dachte ich dass es so langsam mal wieder an der Zeit ist "Rebekka/Ruanda-News" zu bekommen.

Um diesen Blogeintrag zu verfassen, musste ich erstmal mein Tagebuch öffnen, um die letzten zwei Monate (und ein paar Tage) nochmal Revue passieren zu lassen.

Innerhalb von diesen zwei Monaten war ich hauptsächlich alleine zu Hause, weil Nicki die meiste Zeit fort war. Aber erstaunlicherweise stelle ich nun fest: Meine Muttersprache sitzt immer noch, obwohl ich sie in letzter Zeit eher seltener verwenden musste.

Ausflug nach Kibuye





Am 3.3. (dem Geburtstag meines kleinen Bruders und meiner Oma) ging es für mich los nach Kibuye, weil mir aufgefallen ist, dass ich bisher noch nicht allzu viel von Ruanda gesehen habe.
Um genau zu sein eigentlich nur Musanze, Kigali und Gisenyi, aber am 10. Mai kommt mich auch die liebe Marie in Ruanda besuchen und gemeinsam mit ihr werde ich sicherlich auch noch Einiges im und um das Land herum erkunden (Bericht folgt, aber vielleicht nicht direkt am 31.5. wenn sie wieder zurück fliegt).
Kibuye zählt aber auf jeden Fall auch zu den Städten, die man auf jeden Fall gesehen haben muss, bevor man wieder in die Heimat geht (was ja nun wirklich nicht mehr lange dauert...).
Diese Stadt liegt ebenfalls wie Gisenyi am Kivusee, wobei mir der See hier sogar schöner vorkam, als am TamTam-Beach in Gisenyi. Vor allem die vielen kleinen Inseln, die sich direkt am Ufer befanden boten einen schönen Anblick.
Unsere Reisegruppe bestand aus Grace, der Nichte meiner Chefin , die nun seit ein paar Tagen in Amerika ist und dort studiert, und ihren Freunden.








Unser Treffpunkt war am Busbahnhof in Kigali, gemeinsam nahmen wir dann den Bus nach Kibuye (4 Stunden) und vor Ort suchten wir dann erstmal ein Gästehaus, wo wir die Nacht verbrachten.
Ich fand ja Musanze schon eine super kleine Stadt als ich hier das erste Mal herkam, dafür dass es die zweitgrößte Stadt Ruandas ist, doch Kibuye ist im Vergleich wirklich "mini"!

Den nächsten Tag verbrachten wir eigentlich nur am bzw. im Kivusee, am Strand eines Hotels.
Ich war jedoch das einzige weibliche Gruppenmitglied, das schwimmen konnte. Bei einem Wettschwimmen mit mindestens fünf Männern unserer Gruppe habe ich lustigerweise mit Leichtigkeit gewonnen. Generell sind die meisten auch ziemlich beeindruckt, wenn sie sehen, dass man wirklich richtig schwimmen kann. Dies ist hier auch eher die Seltenheit, da es lediglich Hotel-Pools gäbe, in denen man schwimmen lernen könnte, die natürlich zu teuer sind für die normale Bevölkerung. Da haben diejenigen Glück, die in der Nähe eines Sees wohnen.  
Der Tag am Kivusee war WIRKLICH warm, was man auch hinterher an meinem Sonnenbrand Nummer 5000 (seit ich hier bin) gesehen hat.
Und dann ging es auch schon wieder zurück nach Musanze.






Mittlerweile habe ich mir auch mal einen Markt-Shopping-Tag in Musanze gegönnt. Hier in Musanze haben wir zwei Märkte (Kinyarwanda:nisokko), einen Food-market (auf dem es aber auch Schuhe und ein bisschen Kleidung gibt) und einen für Kleidung und sonstige Dinge, der sich am Busbahnhof (Kinyarwanda: murigare) befindet. Die Kleidung, die dort zu kaufen ist, ist hauptsächlich Second-Hand-Ware aus Europa, die jedoch nicht direkt nach Ruanda gebracht wird, sondern zuerst in Uganda oder im Kongo ankommt, weshalb Kleidung dort auch günstiger ist als in Ruanda. Über die Preise kann man trotzdem nicht klagen.

Vor einigen Wochen wurde der neue Kleidungsmarkt eröffnet, der den Markt am murigare ersetzt. Beim Aufbau dieses Gebäudes waren wir live dabei, denn mit dem Bau wurde letztes Jahr ungefähr in der Zeit begonnen, in der wir auch nach Ruanda kamen. Der neue Markt ist nun das größte Gebäude in Musanze und ist der ganze Stolz der Bewohner. Ich jedoch bin eher skeptisch, da es hierbei auch viel um Prestige ging. Denn die Verkäufer, die früher am Busbahnhof ihren Stand hatten, müssen nun umziehen und einen viel teureren Stand in dem neuen Gebäude mieten, sodass ihr Gewinn noch viel geringer ist als davor. Trotzdem ein ziemlich anmutiges Gebäude. Vom Dach aus hat man eine wunderschöne Aussicht auf Musanze und die Vulkane.




 






















Selbstversorgungsprojekt für Batwa-Familien

Mitte März hatten Enock und ich auch eine Réunion mit unserer "Chefin", eine ruandische Schwester, die die Arbeit mit den Batwa-Familien aufgebaut hat, und mit ihren Kollegen von der Kirche. Gemeinsam sollten wir eine Projektidee für unsere Kinder und ihre Familien entwickeln, die wir anhand von 5000€ Spendengeldern realisieren können.
Dadurch, dass die Armut immer noch das größte Problem der Batwas ist und sie nicht mal mehr genug Geld für Essen haben und das Mittagessen in der Schule auch ihre größte Motivation ist, dort hinzukommen, dachte ich mir, dass es am meisten Sinn macht, wenn wir ein Anbauprojekt (Mais, Bohnen, Kartoffeln) zur Selbstversorgung starten würden.
Dieser Vorschlag wurde gut aufgenommen, da so auch ein Stück weit die Abhängigkeit der Batwas unterbrochen werden kann. Mittlerweile haben wir den Budget-Plan und die Beschreibung auch schon fertig und in der Jumelage in Kigali vorgestellt, doch es müssen noch einige Dinge umgeplant werden bevor das Projekt realisiert werden kann.


Ende März habe ich Yaminga nun auch endlich sterilisieren lassen, sodass ich sie nun guten Gewissens nach draußen lassen kann, ohne ständig die Befürchtung haben zu müssen, dass sie schwanger wird. Hier wäre das sogar tatsächlich ein Problem, da ich die Babys nicht loskriegen würde, da die Leute nicht wirklich Fans von gängigen europäischen Haustieren sind und es hier wirklich schwierig wäre, jemanden zu finden, der sich gut um sie kümmern würde. Und für eine Horde kleiner Kätzchen habe ich hier auch keine Kapazitäten, da das Katzenfutter ein Vermögen kostet und nur in Kigali erhältlich ist.
Ungefähr eine Woche später war Yaminga dann einen Tag lang verschwunden und ich war schon tieftraurig und hatte die Vermutung, dass ihr eventuell jemand etwas angetan haben könnte (da hier einige erwachsene Leute sogar vor BABY-Katzen Angst haben und Kinder sogar mit Steinen nach Hunden werfen). Mitten in der Nacht spürte ich dann etwas Kuscheliges in meinem Bett, dass sich angefühlt hat wie Yaminga, doch ich dachte, dass ich jetzt aus Trauer schon Halluzinationen oder realitätsnahe Träume bekomme, doch tatsächlich stellte ich dann fest, dass es kein Traum war!
Ich denke, sie wollte nur ihre neu gewonnene Freiheit voll auskosten, seit dem ist dies auch nicht wieder vorgekommen.



Vom 3.4. bis zum 14.4. waren Schulferien anlässlich der nationalen Genozid-Gedenkzeit. 
Das Gedenken begann am 7.4., an diesem Tag wurde auch nicht gearbeitet. Im ganzen Land fanden am Abend, vor allem in Stadien, Veranstaltungen statt, an denen Filme angeschaut wurden und Reden gehalten wurden, um die schreckliche Geschichte nochmals Revue passieren zu lassen und den Menschen die Möglichkeit zu geben diese zu verarbeiten. Leider habe ich jedoch den Beginn dieser Gedenkzeit komplett verpasst und konnte nicht an der Veranstaltung im Stadium teilnehmen, da ich mit Fieber im Bett lag. Erzählt wurde mir jedoch, dass sogar Notärzte da sein sollen, da manche Menschen, die beispielsweise ihre Angehörigen vor 23 Jahren verloren haben, von ihren Emotionen überwältigt werden und Zusammenbrüche oder Ähnliches erleiden müssen.
Während dieser Zeit war es auch verboten, Lieder zu hören, die nicht extra für das Genozid-Gedenken komponiert wurden.




Auf die Schulferien hatte ich mich schon sehr gefreut, da ich in dieser Zeit intensiv mit den Kindern zusammenarbeiten kann. Und da ich auch Lust darauf hatte, die Kinder der anderen Schulen mal wieder zu sehen (Private Schulen: Wisdom School Musanze und Kingdom School).
Unter anderem bastelten wir gemeinsam Ketten und die Kinder hatten einen riesen Spaß daran. Die Kinder durften dafür kleine Muscheln verwenden, die ich am Strand in Kenia gesammelt hatte und auch Perlen, die ich in einem kleinen Schmuckladen in Nyange (direkt bei der Schule) gekauft habe. Außerdem bastelte ich kleine Alphabet-Lernspiele für die Kinder mit Bierdeckeln, die ich von verschiedenen Bars bekommen habe. Als sie die Aufgabe hatten, die Bierdeckel mit den Buchstaben auf der Innenseite in die richtige Reihenfolge für das Alphabet zu bringen, war es das erste Mal, dass ich die Kinder hochkonzentriert und still erlebt habe. An solchen Dingen haben sie großen Spaß, da die Lehrer mit keinerlei Materialien im Unterricht arbeiten, es gibt lediglich Frontalunterricht an der Tafel. Die Kinder müssen mitschreiben und häufig das im Chor wiederholen, was der Lehrer sagt.










































































             






 







Anfang April wurde Nickis Handy zum zweiten Mal gestohlen, als sie sich kurz in Musanze aufhielt, was natürlich ein großes Ärgernis war.
Ruanda gilt jedoch als das neuntsicherste Reiseland der Welt!!!!!!!
Und dies ist auch verständlich, da ich mich hier in Ruanda noch NIE unsicher gefühlt habe, seit ich hier bin. Ich meine auf Diebstähle muss man überall auf der Welt aufpassen und das kann auch überall passieren, doch trotzdem herrscht hier wirklich eine super hohe Sicherheit. Ich habe zum Beispiel überhaupt kein mulmiges Gefühl, Angst oder irgendwelche Bedenken, weder in der Stadt, noch auf irgendwelchen verlassenen Waldwegen, wenn ich nachts alleine durch die Gegend laufe, sondern habe mich von Anfang an sicher in Ruanda gefühlt.
... Übrigens, Deutschland ist auf Platz 51!

Wer es mir nicht glaubt, hier ein Link zum Nachlesen



Mittlerweile war ich mit Enock (meinem Kollegen) und einheimischen Freunden auch schon öfters ein bisschen außerhalb vom Musanze-Stadtzentrum, in kleinen Dörfern in der Natur, die ca, 30 Minuten zu Fuß vom Zentrum entfernt liegen. Dadurch dass es mir dort so gut gefallen hat, sind wir seitdem immer wieder zurückgekommen, um die Natur zu genießen und spazieren zu gehen. Dort gibt es auch einen kleinen Fluss, der in einen schönen Wasserfall mündet.



     
























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