Sonntag, 24. Juli 2016

Gemischte Gefühle

Dadurch, dass ich mittlerweile schon von einigen Personen gefragt wurde, ob ich schon aufgeregt bin, ob ich mich schon auf Afrika freue usw. und ich bisher wahrscheinlich noch keine zufriedenstellende Antwort geben konnte, werde ich euch nun einen kleinen Einblick in meine Gefühlswelt geben. Obwohl ich bisher, wie bereits im letzen Post angedeutet, eigentlich überhaupt keine Gefühle bezogen auf die bevorstehende Reise zugelassen bzw. mich nicht bewusst damit auseinander gesetzt habe, bin ich mir sicher, dass dies mein Unterbewusstsein trotzdem beschäftigt hat, da ich seit ungefähr einem Monat (um genau zu sein seit der mündlichen Prüfung) wirklich fast jede Nacht sehr schlecht geschlafen habe. Auch sonst bin ich nicht bekannt dafür, dass ich einen regelmäßigen Schlafrhythmus habe oder dass ich nachts leicht abschalten kann, doch in letzter Zeit war es wirklich extrem. Ich habe aber von anderen Leuten, denen auch eine lange Zeit im Ausland bevorsteht, mitbekommen, dass es ihnen ähnlich geht und dass sie auch eher ihre Gefühle von sich schieben, als bewusst darüber nachzudenken. Ich denke auf jeden Fall, dass dies eine Art "Schutzreaktion" ist, um sich selbst vor emotionalem Schmerz zu schützen. Was mir aber auch immer bewusster wird, ist, dass dies nicht unbedingt der gesündeste Weg ist, mit den Gefühlen umzugehen, da man so vielleicht sogar eines Tages von den Gefühlen übermannt werden könnte. Zum Beispiel, dass sie in Afrika dann mit einem Schlag kommen und es dann einfach zu viel des Guten ist.

Erst vor einigen Tagen habe ich nun zum ersten Mal ein bisschen Gefühle bewusst zugelassen und ich dachte sie erschlagen mich!! Das erste, was ich gespürt habe, war Traurigkeit. Es macht mich wirklich extrem traurig, dass ich die Menschen, die mir wichtig sind, hier lassen muss. Ich habe mich auch schon gefragt, ob das nicht alles ein riesen Fehler war, doch immer wieder merke ich, dass es so sein soll und dass der einfachste Weg nicht immer der beste ist. Ich könnte auch einfach hier bleiben und mein Leben so weiterleben, wie es gerade ist, dadurch würde ich zwar den Abschied umgehen, doch weiterentwickeln würde ich mich dadurch nicht und ebensowenig wird sich dadurch meine Familie weiterentwickeln und die Menschen, denen ich wichtig bin. Den ersten emotionalen Abschied habe ich auch schon hinter mir und in solchen Situationen merkt man erst, wer einem wirklich wichtig ist und vor allem, wie wichtig einem manche Personen sind. Auf der einen Seite traurig, auf der anderen Seite aber auch schön, dass man merkt was für tolle Menschen man eigentlich in seinem Leben hat. Also alles in allem: Mir wird eine Abschiedszeit bevorstehen, die sicherlich traurig wird, aber auch notwendig ist für den nächsten Schritt in meinem Leben. Was aber auch ein Punkt ist, der mich momentan beschäftigt, ist dass ich weiß, dass wenn ich zurück kommen werde, dass dann nichts wieder so wird, wie es mal war. Vor allem bezogen auf die Familie. Danach werde ich (voraussichtlich) studieren gehen und ausziehen, das heißt der tröstlich Gedanke, dass ich nach diesem Jahr ja wieder hier bin und alles so sein wird wie es war, fällt auch weg.
Dieser Post klingt jetzt wahrscheinlich fast wie eine Trauerrede, doch ich denke, es ist normal, dass man sich vor einem so großen Schritt im Leben auch so seine Gedanken macht und auch ein bisschen wehmütig wird. Ich hoffe ihr habt einen guten Einblick in meine Gefühlswelt bekommen und die Fragen, ob ich schon aufgeregt bin, oder wie ich mit der Sache umgehe, haben sich nun ein Stück weit geklärt.

P.S. Wie bereits einige wissen, bin ich seit dem 23.7. bis zum 1.8. (die Zeit wird langsam knapp!!) in Wiesbaden auf meinem Vorbereitungsseminar. Diesbezüglich wird auch noch ein Post folgen.

Samstag, 25. Juni 2016

Vorbereitungen


Hallo ihr Lieben,

obwohl ich mich bereits persönlich gemeldet habe, möchte ich mich zuallererst nochmal offiziell bei allen Spendern für ihre Großzügigkeit bedanken.

Nun ein kleiner Ausschnitt aus den letzten Wochen meines Lebens - eine sehr ereignisreiche Zeit! Viel "Action" geschah vor allem in der letzten Woche, in der ich (fast) das mündliche Abitur verschlafen habe und der Standardbegrüßungsspruch jetzt ungefähr so lautet: "Guten Morgen Rebekka, na hast du gut geschlafen?". Außerdem erledigte ich noch die letzten schulischen Verpflichtungen,  wie z.B. das Abschlussgrillfest unserer Klasse und die offizielle Abitur-Entlassfeier, wo ich meinem Namen alle Ehre machte, als ich verspätet auf der Bühne erschien, da ich absolut nicht damit gerechnet hatte, den Französisch-Preis zu bekommen und zuvor meine hohen Schuhe ausgezogen hatte und sie dann, als ich meinen Namen hörte schnell wieder anziehen musste.


Nach all dem Trubel und den Erlebnissen, die fast filmreif gewesen wären und die meiner Meinung nach genug öffentliche Demütigung für die nächsten 50 Jahre einbrachten, kann ich mich jetzt langsam wieder auf meine bevorstehende große Reise konzentrieren, die ich (vor allem in den letzten Wochen) fast komplett aus meinem Leben ausgeklammert habe. Das Abflugdatum rückt nun immer näher und somit wird auch die Zeit, die ich noch für Vorbereitungen zur Verfügung habe, immer knapper. Trotzdem kann ich immer noch nicht wirklich realisieren, dass ich bald für ein Jahr weg bin. Ich kann nicht mal mehr wirklich realisieren, dass die Schulzeit nun endgültig ein Ende genommen hat und ich offiziell seit gestern ja gar keine Schülerin mehr bin.

Bereits in der Zeit zwischen der letzten schriftlichen Abiturprüfung und der Bekanntgabe des Themas für die mündliche Prüfung, habe ich gemerkt, dass ich das Thema Afrika ein bisschen auf die leichte Schulter genommen habe! Es gibt wirklich viel zu beachten, angefangen mit der Kleidung, die ich mir übrigens fast komplett neu anlegen muss, da das meiste in meinem Kleiderschrank entweder zu viel Haut zeigt, zu eng ist oder eine falsche Farbe hat, bis hin zu einem Ehering, den ich mir für dort kaufen sollte. Alles muss geplant werden und ich habe mir vorgenommen, demnächst eine Packliste bzw. To-Do-Liste zu schreiben, damit ich mal eine Übersicht von allem habe, das ich in nächster Zeit erledigen muss.

Die unmittelbar anstehenden Dinge, die ich dringend in nächster Zeit erledigen muss, sind erstens das Besorgen eine Kreditkarte, damit ich in Afrika Zugriff auf mein Geld habe und zweitens die Erledigungen bezüglich des Visums. Dafür brauche ich einige Dokumente, wie z.B. mein Abschlusszeugnis, mein Führungszeugnis, den Vertrag mit Volunta usw., die ich von einem anerkannten Übersetzer auf Englisch übersetzen lassen muss. Außerdem werde ich vom 23.7.16 bis zum 1.8.16 auf das Vorbereitungsseminar in Wiesbaden gehen, das auch schon zu meiner Afrika-Zeit zählt und in dem ich dann die Möglichkeit habe, meine Mitfreiwilligen kennen zu lernen, Insider-Tipps von Ehemaligen zu erhalten, sowie sonstige Infos bezüglich Ruanda oder meinem Projekt zu bekommen.

Es wird eine spannende Zeit werden und ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten!

Viele liebe Grüße,
Rebekka





















P.S. Hier ein Bild von meiner Abschlussfeier. 

Samstag, 16. Januar 2016

Spenden


Wichtige Info im Voraus: 

Die Spendensumme ist erreicht, ich bedanke mich bei allen Spendern von ganzem Herzen!
Wer trotzdem gerne Informationen über mein Projekt/ meine Aufgaben haben würde, kann sich das Video natürlich gerne weiterhin anschauen.


Das Erklärungsvideo



Kurz und knapp - das Wichtigste in 8 Minuten.


PS: Bei dem Video war kein Profi am Werk, ich hoffe aber, dass die "Message" trotzdem bei Ihnen ankommt. 



Update vom 03.04.16 !


Zu meiner Überraschung habe ich erfahren, dass die Stelle in Ngarama, für die ich eingeplant war, diese Schuljahr nicht mehr besetzt wird (der Grund: organisatorische Schwierigkeiten)! Ich habe aber einen Alternativvorschlag bekommen, und so wurde aus einem Mini-Dorf (Ngarama) mitten im Nirgendwo, die viert größte Stadt Ruandas (Ruhengeri) mit ca. 90.000 Einwohnern! Ich habe zugesagt und nun werde ich ab August meinen Freiwilligendienst in Ruhengeri ableisten.


Meine neue Stelle/ meine Aufgaben (Update vom 3.4.16)


Eine Schule, die von katholischen Schwestern koordiniert wird und sich mit einer ruandischen Minderheit beschäftigt – den Batwas (auch bekannt als „Twa“). Ich werde hauptsächlich für den Englischunterricht in kleinen Gruppen zuständig sein – hinzu kommt aber wahrscheinlich auch die Betreuung nachmittags mit Freizeitaktivitäten wie Sport, Kreatives, Hygiene etc. 


Kurze Zusammenfassung (wichtige Infos): 

-> Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst "weltwärts"

Finanzierung 

• Max. 75%-ige Finanzierung durch stattliche Mittel: Bundesministerium für
   wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), meine
   Entsendeorganisation (Deutsches Rotes Kreuz in Hessen Volunta gGmbH und
   meine Partnerorganisation in Ruanda 
• Leistungen: Reisekosten, Flug, Unterkunft, Verpflegung und Taschengeld
• Kosten für mich: Visumgebühren, Gesundheitsvorsorge, private Ausgaben
• Die restlichen 25% durch einen Spenderkreis (Unterstützerkreis): 245€ im
   Monat = 2.940€ für 12 Monate (gesamter Aufenthalt)

Spenden

• Spenden auf das Konto von Volunta
• Spenden können jederzeit bei Volunta eingehen
• Spenden werden individuell erfasst & dem jeweiligen Freiwilligen zugeordnet
  (individuelles Spendenkonto für jeden Freiwilligen) 

Konto von Volunta: 

DRK in Hessen Volunta gGmbH 
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE31 5502 0500 0008 6171 02
BIC: BFSWDE33MNZ 

Verwendungszweck (wichtig):

"Spende für Rebekka Halili von Max Muster, Musterstraße 1, PLZ Musterstadt"

Absetzen der Steuer
-> Spenden an Volunta sind steuerlich absetzbar!

• Bei einer Spende von mehr als 200€, verschickt Volunta am Anfang des
  Folgejahres automatisch eine Spendenbescheinigung/ Zuwendungsbestätigung
  an die Spender
• Bei einer Spende von weniger als 200€ genügt es im Rahmen der
   Steuererklärung, dem Finanzamt eine Fotokopie des Kontoauszugs
   einzureichen
• Privatpersonen können bei Spenden für besonders förderungswürdige Zwecke
  (dazu gehört Volunta) bis zu 20% ihrer Einkünfte absetzen. Unternehmen
  haben unterschiedliche Grenzen in Abhängigkeit gewisser Kosten- und
  Umsatzgrößen. 
• Eine Spendenquittung kann ausschließlich derjenige erhalten, dessen Name
  auf dem Überweisungsbeleg zu sehen ist (siehe Verwendungszweck). Für
  Sammelspenden (von mehreren Spendern gleichzeitig) darf Volunta keine
  Spendenbescheinigung ausstellen. 
• Die Daten der Spender dienen ausschließlich der Ausstellung der
  Spendenbescheinigungen. Sie werden streng vertraulich behandelt und
  niemals an Dritte weitergegeben. 

Leistungen von mir für Sie

• Meine Unterstützer werden regelmäßig von mir über meinen Freiwilligendienst
   informiert und auf den neuesten Stand gehalten (sofern die afrikanische
   Internetverbindung das zulässt) 
• Plakat zum Aufhängen
• Ihr Logo auf meinem Blog
• Aktuelle Fotos aus Ruanda 

Ich bedanke mich nochmal vielmals und bin selbstverständlich offen für Fragen aller Art, für Wünsche bezüglich persönlichen Treffen oder für sonstige Anregungen! 

Meine E-Mail: rebekka.ha@hotmail.de


--------------------------------------Infos über Ruanda-------------------------------

Allgemein
- Kleiner Staat in Ostafrika, direkt unter dem Äquator (Fläche 13x kleiner als
  Deutschland, Nachbarstaaten: Burundi, Demokratische Republik Kongo,
  Uganda und Tansania
- Deutsche Kolonie: von 1884-1916 (ab 1915: belgische Kolonie, 1962:
  Unabhängigkeit) 

Sprachen
Kinyarwanda, Französisch (wegen belgischer Kolonialzeit) und Englisch (seit 1994 wegen den Nachbarstaaten Tansania und Uganda) -> 2009 Umstellung des kompletten Bildungssystems auf Englisch

Klima
mild-feucht - "Land der tausend Hügel" (Höhe: 1000-4507m)

Bevölkerung
Das am dichtesten bevölkerte Land Afrikas -> Hauptstrukturproblem Ruandas

Völkermord
April-Juli 1994: 800.000 bis 1 mio. Menschen kamen ums Leben (Konflikt zwischen Stamm der Hutu und Stamm der Tutsi, Hutus waren die Mehrheit und töteten mind. 3/4 der Tutsi) 

Wirtschaft
Zählte zu den ärmsten Ländern Afrikas (wegen strukturellen Problemen, hoher Bevölkerungsdichte und Konflikten zw. Hutu und Tutsi), seit den letzten Jahren gibt es aber starke wirtschaftliche Fortschritte 

Bevölkerung
Analphabetenrate: 30% (bei Frauen höher als bei Männern), grundschule (bis zur 8. Klasse): kostenlos (trotzdem gehen 13% der Kinder nicht zur Schule), weiterführende Schule (3-jährig) und Berufsschule: kostenfpflichtig 


----------------------------------Quellen des Videos----------------------------------