Dadurch, dass ich mittlerweile schon von einigen Personen gefragt wurde, ob ich schon aufgeregt bin, ob ich mich schon auf Afrika freue usw. und ich bisher wahrscheinlich noch keine zufriedenstellende Antwort geben konnte, werde ich euch nun einen kleinen Einblick in meine Gefühlswelt geben. Obwohl ich bisher, wie bereits im letzen Post angedeutet, eigentlich überhaupt keine Gefühle bezogen auf die bevorstehende Reise zugelassen bzw. mich nicht bewusst damit auseinander gesetzt habe, bin ich mir sicher, dass dies mein Unterbewusstsein trotzdem beschäftigt hat, da ich seit ungefähr einem Monat (um genau zu sein seit der mündlichen Prüfung) wirklich fast jede Nacht sehr schlecht geschlafen habe. Auch sonst bin ich nicht bekannt dafür, dass ich einen regelmäßigen Schlafrhythmus habe oder dass ich nachts leicht abschalten kann, doch in letzter Zeit war es wirklich extrem. Ich habe aber von anderen Leuten, denen auch eine lange Zeit im Ausland bevorsteht, mitbekommen, dass es ihnen ähnlich geht und dass sie auch eher ihre Gefühle von sich schieben, als bewusst darüber nachzudenken. Ich denke auf jeden Fall, dass dies eine Art "Schutzreaktion" ist, um sich selbst vor emotionalem Schmerz zu schützen. Was mir aber auch immer bewusster wird, ist, dass dies nicht unbedingt der gesündeste Weg ist, mit den Gefühlen umzugehen, da man so vielleicht sogar eines Tages von den Gefühlen übermannt werden könnte. Zum Beispiel, dass sie in Afrika dann mit einem Schlag kommen und es dann einfach zu viel des Guten ist.
Erst vor einigen Tagen habe ich nun zum ersten Mal ein bisschen Gefühle bewusst zugelassen und ich dachte sie erschlagen mich!! Das erste, was ich gespürt habe, war Traurigkeit. Es macht mich wirklich extrem traurig, dass ich die Menschen, die mir wichtig sind, hier lassen muss. Ich habe mich auch schon gefragt, ob das nicht alles ein riesen Fehler war, doch immer wieder merke ich, dass es so sein soll und dass der einfachste Weg nicht immer der beste ist. Ich könnte auch einfach hier bleiben und mein Leben so weiterleben, wie es gerade ist, dadurch würde ich zwar den Abschied umgehen, doch weiterentwickeln würde ich mich dadurch nicht und ebensowenig wird sich dadurch meine Familie weiterentwickeln und die Menschen, denen ich wichtig bin. Den ersten emotionalen Abschied habe ich auch schon hinter mir und in solchen Situationen merkt man erst, wer einem wirklich wichtig ist und vor allem, wie wichtig einem manche Personen sind. Auf der einen Seite traurig, auf der anderen Seite aber auch schön, dass man merkt was für tolle Menschen man eigentlich in seinem Leben hat. Also alles in allem: Mir wird eine Abschiedszeit bevorstehen, die sicherlich traurig wird, aber auch notwendig ist für den nächsten Schritt in meinem Leben. Was aber auch ein Punkt ist, der mich momentan beschäftigt, ist dass ich weiß, dass wenn ich zurück kommen werde, dass dann nichts wieder so wird, wie es mal war. Vor allem bezogen auf die Familie. Danach werde ich (voraussichtlich) studieren gehen und ausziehen, das heißt der tröstlich Gedanke, dass ich nach diesem Jahr ja wieder hier bin und alles so sein wird wie es war, fällt auch weg.
Dieser Post klingt jetzt wahrscheinlich fast wie eine Trauerrede, doch ich denke, es ist normal, dass man sich vor einem so großen Schritt im Leben auch so seine Gedanken macht und auch ein bisschen wehmütig wird. Ich hoffe ihr habt einen guten Einblick in meine Gefühlswelt bekommen und die Fragen, ob ich schon aufgeregt bin, oder wie ich mit der Sache umgehe, haben sich nun ein Stück weit geklärt.
P.S. Wie bereits einige wissen, bin ich seit dem 23.7. bis zum 1.8. (die Zeit wird langsam knapp!!) in Wiesbaden auf meinem Vorbereitungsseminar. Diesbezüglich wird auch noch ein Post folgen.
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