Donnerstag, 29. September 2016

Gisenyi-Wochenende

Das letzte Wochenende war so cool, dass ich euch unbedingt davon berichten möchte. 
Eigentlich wollte ich den Post gestern (28.9.) veröffentlichen, doch mein Internet zu Hause war zu schlecht, sodass ich nun mit dem Laptop im La Paillotte sitze, da es hier neuerdings gratis WLAN gibt (juhu!).

Nicki und ich (und Sophia, eine andere Frewillige, die auch in Musanze wohnt) sind am letzten Samstag mit dem Bus nach Gisenyi gefahren, der Stadt am Kivu-See. Obwohl das eigentlich (soweit ich es noch in Erinnerung habe) 40km sind, dauert das mit dem Bus über eine Stunde. Wir haben bei zwei deutschen Freiwilligen übernachtet, die in Gisenyi bei einem Projekt für Straßenkinder mithelfen. Charlotte, eine von den beiden, hat in der Nacht von Samstag auf Sonntag ihren Geburtstag nachgefeiert.
Es war eine ziemlich große Geburtstagsparty, erwartet waren 40 Leute, tatsächlich erschienen sind dann "nur" 30 aufgrund des starken Regens. Es waren andere deutsche Freiwillige da, Kollegen und Nachbarn von den beiden, sowie einheimische Jugendliche aus ihrem Projekt. Vier ruandische Frauen haben den ganzen Nachmittag Essen für diese Feier gekocht (teilweise waren das die Ehefrauen von ihren Kollegen und Freundinnen von ihnen, es war sogar ein kleines Baby dabei). Die Frauen nehmen hier ihre Babys sowieso überall mit hin, selbst auf die Arbeit. Sie werden einfach in ein Tuch gewickelt und auf den Rückwn gepackt. Diese Technik muss ich mir echt mal noch zeigen lassen, bevor ich wieder in Deutschland bin, das könnte noch nützlich sein in der Zukunft ;-) Bei uns auf der Arbeit gibt es sogar eine hochschwangere Frau, die immer noch unterrichtet. Es sieht so aus, als wäre es jeden Moment soweit, dass ihr Baby auf die Welt kommt. In Deutschland wäre hier schon längst Bettruhe angesagt.
Naja, die Mengen, die die Frauen an Essen für die Party zubereiteten, waren riesig, doch erstaunlicherweise kam sogar das Meiste weg. Es gab Fleisch, Reis, Erbsen, Karotten, Pommes, Soße, Kochbananen und Nudeln, doch ich muss aufhören weiter über Essen zu schreiben, ich liege nämlich gerade im Bett, da ich vorhin das gesamte Mittagessen wieder ausgebrochen habe (meine Theorie: Es lag am Tee, der berühmte African Tea, den ich hier so lieben gelernt habe und gefühlt zu ca. 90% aus Milch besteht).
Nun aber weiter im Text: Die Geburtstagsfeier war echt cool und es waren sogar zwei Tanzgruppen anwesend, die für Stimmung sorgten und auch unter den geladenen Gästen waren (teilweise ehemalige Straßenkinder). In der Nacht habe ich aber leider nicht ganz so lange wie einige andere durchgehalten, um 4 Uhr nachts habe ich dann angefangen zu schwächeln und es hieß für mich: ab in die Heia! Ca. eine Stunde später war die Party aber dann offiziell beendet.
Alles in Allem, Gisenyi ist ein Traum! Ich weiß nicht warum ich mich erst dieses Mal so in diese Stadt verliebt habe und nicht schon das letzte Mal als ich dort war (und euch davon berichtet habe), doch irgendwie hat mich die Schönheit dieser Stadt erst jetzt so richtig beeindruckt. Es kam totales Urlaubs-Feeling auf, was durch den Stranbesuch am Kivu-See am nächsten Tag noch mehr verstärkt wurde. Dieses Urlaubs-Feeling hatte ich seit der ersten Woche in Kigali gar nicht mehr, was ja auch verständlich ist, da ich hier wohne und arbeite und keinen Urlaub mache.
Das Highlight des Tages waren aber die heißen Quellen, auch als "Hot Springs" bekannt. Schon allein der Weg dorthin (der Ort heißt übrigens "Mashyuza", genau wie das heiße Wasser) war atemberaubend, wir sind die meiste Zeit neben dem Kivu-See entlang gefahren, eine wunderschöne Landschaft.
Die Hot Springs sind aber eher ein Geheimtipp, weshalb dort auch kaum Leute waren. Die Quellen sahen ein bisschen wie blubbernde Wasserpfützen, direkt in so eine Quelle konnte man nicht reinstehen, da das viel zu heiß gewesen wäre. Einige Einheimische haben uns dann mit diesem Wasser (und auch teilweise mit dem Schlamm) massiert. Es heißt, dass dies eine heilende Wirkung haben soll. Hat auch wirklich gut getan :-) Unten seht ihr ein paar Bilder von den Hot Springs. 

Tschüsschen Küsschen! :-*

P.S. Was total cool war: Nicki und ich durften vor kurzem eine kleine Spritztour mit dem Auto (ein Pick up) unserer Nachbarn unternehmen. Ursprünglich war es Nickis Idee, da sie das Autofahren sehr vermisst hat, aber als ich dann am Steuer saß, habe ich es auch mal wieder sehr genossen. Unsere erste Fahrt mit einem Auto, dass das Lenkrad auf der rechten Seite hatte! War ziemlich ungewohnt für uns, da bis auf die Pedale, alles (z.B. Blinker und Schaltung) seitenverkehrt war. 
Wir sind auch vor kurzem mal wieder Fahrrad gefahren, wir haben nach der Arbeit anstatt die Fahrradtaxis zu nehmen, die Fahrräder von Enock und dem Disziplinlehrer der Schule ausgeliehen und sind damit in die Stadt hinunter gedüst. Wir haben uns gefreut wie zwei kleine Kinder. Da merkt man mal, wie kleine Dinge so etwas Besonderes werden können.

Hier noch die Bilder von den heißen Quellen:


Hier Sophia und ich: 

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