Regenzeit
Das Wetter ist zur Zeit ziemlich anstrengend... Man kann eigentlich nicht ohne Regenjacke aus dem Haus gehen und wenn man es dann doch tut ist es nicht sehr unwahrscheinlich, dass man von einem Regenschauer überrascht wird (so wie es uns heute passiert ist). Und dadurch, dass wir auf dem Heimweg immer die Fahrräder nehmen (Fahrrad-Taxis), da die Strecke heimwärts abschüssig ist, war dies heute eine ziemlich nasse Angelegenheit, in der wir sogar einen Zwischenstopp einlegen mussten, um nicht komplett durchnässt zu werden. Wenn es jedoch während unserer Arbeitszeit regnet, kann weder ich unterrichten noch Nicki Sport mit den Kindern machen, denn Nicki macht mit den Kids Sport unter freiem Himmel und in meinem Klassenzimmer (ich glaube ich habe noch gar nicht erwähnt, dass es doch ein freies Klassenzimmer für mich gab - juhu!) ist es bei Regen viel zu laut zum Unterrichten, da würden mich die Kinder nicht verstehen, obwohl sie ca. einen Meter von der Tafel entfernt sitzen.
Busbahnhof, ruandisches Essen & Co
Am Montag, den 19.9. mussten alle Freiwillige mal wieder nach Kigali, um das Visum abzuholen. Das Wochenende über war ich alleine zu Hause, da Nicki bereits mit einigen anderen Freiwilligen aus Musanze am Samstag Mittag nach Kigali fuhr. Die beiden Nächte habe ich in Lisas Haus verbracht, einer anderen Freiwilligen von hier, um Hundesitterin für ihren Hund Peanut zu sein.

Der Busbahnhof von Kigali ist jedoch ein paar Zeilen wert: Hier in Ruanda gibt es ja keine Züge aufgrund der bergigen Landschaft, also sind die Busbahnhöfe, die es in jeder Stadt gibt (auch in Musanze, nur deutlich kleiner als in Kigali) die einzigen bahnhofsähnlichen Gebilde hier. Ich kann mich noch genau daran erinnern (so lange ist es ja auch noch gar nicht her, etwas über 5 Wochen), als ich das erste Mal an diesem Busbahnhof war und völlig überwältigt von der Menschenmasse war. Wenn man als Weißer diesen Bahnhof betritt, kann man kaum einen Schritt gehen, bevor nicht gleich mindestens 5 Menschen auf dich zugestürmt kommen und fragen "Musanze?", "Where are you going?" oder gleich versuchen, dich in ihren Bus "zu zerren".
Von allen Seiten hört man nur "Muzungu!", was sich jedoch nicht nur auf den Busbahnhof beschränkt, sondern auf der Straße und egal wo man ist bekommt man dieses Wort, was so viel wie "Weißer" heißt, zu hören. Gestern Abend war ich zum Essen bei Danny, einem Freund, den ich hier kennengelernt habe eingeladen und die Vermieterin sprach mich dann doch tatsächlich mit "Musungu?" an. Auch als ich vor kurzem mal wieder auf der Arbeit (Frisörsalon) von ihm vorbeischaute und ich mich mit einem Kind dort unterhielt, fragte Danny dann das Kind: "Na wie heißt sie?" und dies meinte dann ganz überzeugt: "Muzungu!". Am Anfang, besonders in der Kigali-Zeit, war dies ziemlich nervig für uns, doch mittlerweile haben wir uns schon fast ganz daran gewöhnt. Dieses "Immunwerden" habe ich auch am Montag am Busbahnhof wieder gemerkt, für mich war diese Menschenmenge schon gar nichts Besonderes mehr.
An den Busbahnhöfen hier, gibt es verständlicherweise auch weder Hinweisschilder, welcher Bus wo hin fährt, noch Fahrpläne. Außerdem fahren die Busse erst dann los, wenn jeder einzelne Platz besetzt ist. Schön kuschelig! Wenigstens kann man hier während einer Busfahrt nicht erfrieren. Und das pünktlich Kommen ist dadurch auch nur bedingt möglich.
Hier mal ein paar Eindrücke vom Busbahnhof in Kigali:



Zuletzt werden die Sitze, die sich im Gang des Busses befinden, besetzt. Diese lassen sich einfach hoch- oder runterklappen, wodurch es im Bus schön kuschelig wird.
Hier die Stände mit dem Krimskrams und obendrüber die Restaurants, von wo aus ich auch die Bilder vom Busbahnhof gemacht habe (leider etwas verschwommen, da ich durch die vom Regen verschmierte Scheibe des Busses fotografiert habe):
Außerdem ist jeder Busbahnhof auch gleichzeitig mit einem Markt verbunden. In Kigali ist das kein Markt im Sinne von Gemüsemarkt, sondern eher solche Stände mit allem möglichen "Krimskrams". In Musanze gibt es hinter dem Busbahnhof unter anderem einen ziemlich großen Stoffmarkt, aber auch andere Dinge, wie Schuhe oder Kleidung und ebenfalls kleinere Läden mit Snacks wie z.B. Sambussas. In Kinigi ist es tatsächlich auch ein Gemüsemarkt, aber es gibt auch Dinge wie z.B. Schuhe. Unabhängig von den Busbahnhöfen gibt es aber in jeder Stadt noch mindestens einen richtigen Markt (die Anzahl der Märkte ist abhängig von der Größe der Stadt). Auf dem Markt in Musanze gibt es hauptsächlich Obst und Gemüse, aber auch Haushaltsartikel wie Töpfe, Decken, Stoffe, Kleidung oder Schuhe.
Was ich am Busbahnhof von Kigali besonders toll finde, sind die vielen kleinen Restaurants. Seit dem ich hier bin, bin ich wirklich eine Hobby-Esserin geworden :D Ich liebe es, die verschiedenen Gerichte hier zu probieren. Hier mal ein paar Bilder, um euch den Mund wässrig zu machen (yummy!):
Diesen Teller habe ich am Busbahnhof für 1000 ruandische Francs bekommen, also etwas mehr als ein Euro!

Das hier gab es das zweite Mal bei Danny: Kochbananen, schmeckt eigentlich wie Kartoffeln.
Das erste Mal gab es bei ihm etwas, das aussah wie ein weißer Kuchen. Es bestand aus Mais, wie ich mir hab sagen lassen. Der Teller mit dem "Mais-Kuchen" stand in der Mitte des Tisches und jeder nahm sich mit den Händen davon etwas ab und formte damit eine kleine Kugel. Diese Kugel tunkte man dann in die Soße :-) Vor dem Essen, sowie nach dem Essen ging noch ein Krug mit Wasser, sowie einer Schüssel umher, wodurch sich jeder die Hände waschen konnte.
Hier weitere Essens-Bilder aus dem Restaurant (La Paillotte), in dem wir mittlerweile schon mehr als nur Stammkunden sind. Dort gibt es auch Pizza & Co, also ziemlich international.
Dies hier sind Bilder von Restaurants, in denen man Buffet essen konnte, ein bisschen mehr ländertypische Gerichte:

Heute Abend haben wir sage und schreibe, das dritte Mal bei uns zu Hause gekocht, hier ein Bild davon:
Ich habe mittlerweile auch endlich das berühmte Bananenbier von hier getrunken, was mir im Vergleich zu normalem Bier eigentlich ganz gut schmeckt, aber für meinen Geschmack ein biiischen zu stark ist...
Eigentlich hatte ich vor, noch viel mehr zu erzählen, doch der Blick auf die Uhr sagt mir, dass es nun Schlafengehens-Zeit ist, ich muss nämlich fit für morgen sein, da steht unser Wochenend-Trip zum Kivu See an :-) Gute Nacht!










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