Eigentlich waren es nur 15 Tage, doch angefühlt hat es sich wie mindestens ein Monat... Für mich ging es am 22.12. los und am 5. Januar kamen wir beide dann erschöpft und zufrieden wieder zu Hause in Musanze an.
Erschöpft deshalb, weil wir eine 26 stündige Busfahrt hinter uns hatten und ein Tag vor Beginn der Busfahrt bereits 10 Stunden von Mombasa nach Nairobi gefahren sind. Genau, wie bereits ersichtlich, Nicki und ich haben Weihnachten und Silvester in Kenia verbracht. Noch mal verspätet ein frohes Neues an euch! :)
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| Mit solch luxuriösen Bussen sind wir gefahren |
Ich denke Kenia wäre ein Land, wie sich viele Europäer Afrika vorstellen würden. Doch wir wir bereits auf dem Vorbereitungsseminar gelernt haben (Always name the country), lässt sich Afrika schlecht verallgemeinern, es ist ja schließlich auch ein Kontinent mit vielen verschiedenen Ländern. Man würde ja auch nicht sagen: "Ich mache im Sommer Urlaub in Europa", sondern eher: "Ich mache Urlaub in Deutschland/Frankreich etc". Ich wurde sogar schon mal von einem Ruander gefragt, warum Ausländer immer "Afrika" sagen und nicht einfach das Land nennen.
Naja, dadurch dass ich mit meinem Geld zur Zeit ein bisschen haushalten muss, habe ich im Vergleich zu Nicki bereits auf der Hinfahrt den Bus genommen und Nicki ist geflogen. Eigentlich hätte die Busfahrt von Kigali nach Nairobi planmäßig nur 24 Stunden dauern sollen, doch es gab fünf Stunden Verspätung, weshalb ich dann (inklusive der Fahrt von Musanze nach Kigali) erst 31 Stunden später in Nairobi ankam. Außerdem ging die Reise für mich zwei Tage früher los, als für Nicki, da ihr Flug am 24. morgens los ging und ein paar Stunden später in Nairobi ankam. Ich habe die erste Nacht dann bei einem Couchsurfer verbracht, mit dem ich dann am nächsten Morgen auch noch auf einem riiiiesigen Klamotten-Markt war und mir (mit seiner Hilfe) zwei Paar Nike Schuhe (Nike Roshe) für insgesamt ca. 20€ gekauft habe. Schnäppchen! Natürlich Second-Hand, aber sie sind noch super gut erhalten.
Die ostafrikanischen Kleidungsmärkte werde ich wirklich vermissen! Auf der einen Seite sind sie zwar wirklich anstrengend und man hält es nicht länger als ein paar Stunden auf Ihnen aus, doch auf der anderen Seite findet man (vorausgesetzt man nimmt sich Zeit und Motivation für die Suche) wunderschöne Dinge für wenig Geld.
Der Markt in Nairobi war aber nochmal eine Spur härter, als die Märkte, die ich in Ruanda und besonders bei uns in Musanze gewöhnt war. Ich glaube nicht, dass ich mich dort ohne einheimische Begleitung hin getraut hätte. Selbst als ich mit Nicki dann nochmal dort war, hatte unser Begleiter (ein Kenianer, den wir in unserem Hotel kennengelernt hatten) ziemlich Bammel davor, mit uns dort hin zu gehen, weil er befürchtete, dass wir evtl ausgeraubt werden könnten.
Ich dachte eigentlich, ich wäre es mittlerweile gewohnt, dass die Menschen mir "Muzungu" hinterher schreien egal wo ich bin, versuchen mich in ein oberflächliches Gespräch zu verwickeln, es am Ende sowieso auf Geld hinausläuft, oder mich einfach berühren wollen, doch das war eine Illusion. Nach und bereits während dem Marktbesuch war ich wirklich genervt. Nach einer Weile bin ich einfach nur noch mit verschränkten Armen durch die Gegend gelaufen und habe den Menschen keine Antworten mehr gegeben. Trotz alledem war ich erfolgreich: Ich habe in Nairobi eine neue Sonnenbrille gefunden (ein RayBan Fake für 3€), weil mir meine alte in Ruanda kurz vor Abreise geklaut wurde, zwei Jacken (einen Parker für 1€, da es während der Regenzeit in Musanze schon ab und zu mal kalt wird und ich abgesehen von meiner Regenjacke nur Sweatshirtjacken dabei hatte und eine Jeansjacke für 5€), zwei Feinstrumpfhosen und eine Cap für 3,50€. Ich hoffe ich habe nichts vergessen. Außerdem gibt es in Nairobi wirklich viele große Einkaufszentren und Supermärkte, wo ich mir dann auch noch einen neuen Beutel Trockenfutter für Yaminga gekauft habe, der im Vergleich zu Ruanda-Preisen wirklich um einiges günstiger war, nämlich ca. 8€ für 1,75kg. Ansonsten kam uns Nairobi und generell Kenia, viel teurer als Ruanda vor und das fiel uns auch schon auf unserer ersten Kenia-Reise auf, als wir für 11 Tage in Mombasa waren, wobei wir auch schon von einigen Einheimischen gehört haben, dass Ruanda teurer sein soll... Naja.
Jedenfalls haben wir uns dann an Weihnachten gegen Mittag in unserem Hotel getroffen, welches mit öffentlichen Verkehrsmitteln (mit dem Bus), fast zwei Stunden von Nairobi Stadtzentrum entfernt war, nämlich in Karen.
Eigentlich hatten wir geplant, drei Tage dort zu bleiben, dann drei Tage in Kisumu couchsurfen zu gehen (die drittgrößte Stadt Kenias so weit ich weiß) und anschließend dann noch die restliche Zeit mit den anderen Freiwilligen aus Musanze in Mombasa zu verbringen und dort Silvester zu feiern. Eigentlich war mir schon im Vorhinein klar, dass das utopisch ist, denn Nairobi liegt bildlich gesehen, direkt in der Mitte zwischen Kisumu (links) und Mombasa (rechts). Das wäre ein ziemlich großer Stress gewesen, da wir für die ganzen Strecken den Bus hätten nehmen müssen.
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| Bei strahlendem Sonnenschein an Weihnachten |
Paradise Lost
Mein Highlight in Nairobi (und ich denke Nickis auch) war der letzte Tag, als wir einen Ausflug an einen wunderschönen Ort gemacht haben: Paradise Lost! Als wir im Internet auf der Suche nach Ideen waren hat uns dies am Meisten angesprochen und wir wurden nicht enttäuscht. Wir haben unbedingt einen Ausgleich zu dem Chaos und den vielen Menschen in der Stadt gebraucht und da kam uns dieses Fleckchen Natur gerade recht. Paradise Lost ist ein relativ großes Gelände mit vielen verschiedenen Aktivitäten. Zuerst haben wir die Caves besucht und bereits der Weg dort hin war atemberaubend: Wasserfälle, wunderschöne Bäume und Pflanzen aller Art. Es sah aus, wie ein Stück Dschungel. Dann sind wir an einem See gekommen, wo man hätte Boot fahren können und zu Guter Letzt war ich noch reiten! Ich glaube in dem Moment wart ich der glücklichste Mensch auf Erden, endlich mal wieder auf einem Pferd zu sitzen. Ehrlich gesagt, hatte ich ein wenig Bammel davor, nach so einer langen Zeit, in der ich nicht geritten bin, wieder alleine auf einem Pferd zu sitzen, ohne Umzäunung eines Platzes oder Sonstiges, doch es war leichter als gedacht. Ich habe die Besitzer gefragt, ob das Pferd Englisch oder Western geritten wurde und als Antwort bekam ich: "It is able to trot (traben) and gallop (galoppieren)". Letzendlich kam heraus, dass es weder Englisch noch Western geritten wurde, ich nenne es einfach afrikanisch. Man nimmt beide Zügel kurz, ziemlich weit vorne am Kopf und bewegt beide Zügel mit den Händen dann nach links wenn man nach links möchte und nach rechts wenn man nach rechts möchte. Traben und galoppieren macht man beides lediglich mit der Peitsche (einem Ast). Also bin ich 20 Minuten lang at dem Gelände herum geritten und es hat so Spaß gemacht, das Pferd hat sogar auf mich gehört! Als ich dann abends im Gästehaus meine Hose auszog, sah ich, dass ich auf dem linken Oberschenkel einen riesigen blauen Fleck hatte und am rechten lauter kleine Blutergüsse. Außerdem hatte ich an den Oberschenkeln den Muskelkater meines Lebens. Und das nach 20 Minuten.
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| Zusammen mit dem anderen Musanze-Freiwilligen grr |
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| Unsere Hütte |
Am Tag vor unserer Abreise haben wir einen Kenianer kennegelernt, der Safaris verkauft, dieser pries uns dann eine Delfin-Safari an, die wir an unserem letzten Tag machen könnten. Fünf von unserer Neuner-Gruppe waren sofort begeistert (darunter auch Nicki und ich). Somit ging es dann am nächsten Morgen noch vor Sonnenaufgang los, um genau zu sein, mein Wecker hat um 4:30 Uhr geklingelt und in 5 war Treffpunkt. Wir wurden von einem Safari-Bus abgeholt, doch schon nach 10 Minuten Fahrtzeit hat sich der Verkäufer der Safari verabschiedet und wir saßen alleine mit dem Fahrer im Bus. Wie fuhren ca. 2 Stunden zur South Coast (die Strandhütten befanden sich an der North Coast), wo wir dann an ein touristisches Büro kamen. Von dort aus waren wir auf einmal komplett alleine und sind dann einfach den Leuten auf ein kleines Boot gefolgt. Eigentlich hatten wir uns alle auf eine DELFIN-Safari gefreut, wo es eigentlich hieß, dass wir mit den Delfinen schwimmen werden, doch schon innerhalb der nächsten Minuten wurde uns klar, dass der Verkäufer so gut wie keine Ahnung davon hatte, was er uns eigentlich verkauft hat (40€ p.P.). Bekommen haben wir eine Bootstour, wo wir für einige Minuten tatsächlich ein paar Delfine beobachten durften, doch der eigentliche Teil bestand aus Schnorcheln. Juhu! Das zweite Mal Schnorcheln in Mombasa. Nicki und ich hatten dies nämlich bereits das erste Mal als wir in Mombasa waren gemacht und dies für einen Bruchteil des Geldes (8€). Natürlich war das Schnorcheln trotzdem schön, keine Frage und im Vergleich zu den anderen habe ich mich auch wahrscheinlich am Wenigsten von allen aufgeregt, doch trotzdem entsprach diese Safari nicht unseren Vorstellungen. Zu guter Letzt, hatten wir dann sogar noch Stress, da es eigentlich hieß, wir würden gegen 14 Uhr wieder zurück sein, doch die tatsächliche Ankunftszeit war dann etwa 6 Stunden später. Eigentlich hatten wir geplant, noch ein gemütliches Abschiedsessen mit den anderen zu machen, da die anderen 4 noch länger blieben und wir schon um 22 Uhr am selben Tag den Bus zurück nach Nairobi nahmen. Doch auch dies fiel ins Wasser. Wir sind nur noch schnell zurück, um unser Gepäck zu holen und sind dann wieder ca. 2 Stunden zurück nach Mombasa gefahren.



















































