Mittwoch, 22. Februar 2017

Meine letzten Erlebnisse (Bildungsprojekt, Zwischenseminar, Theateraufführung, Beerdigung und Schulfeste)

Ich glaube, das könnte sich etwas schwierig gestalten, die letzten Wochen, in denen SO viel passiert ist, in einem Post zusammenzufassen. In letzter Zeit fand ein Ereignis nach dem anderen statt, sodass ich abends meistens völlig erschöpft, wie ein Stein, ins Bett fiel und es am nächsten Morgen einfach so weiterging.

Es gibt einige Ereignisse von denen ich euch im Folgenden gerne berichten werde:


Meine neueste Innovation - ein Fahrrad 

Also zuallererst eine ziemlich coole Neuigkeit (ich hoffe ich wiederhole mich nicht), seit Dezember bin ich eine stolze Fahrradbesitzerin. Enock hat mir geholfen ein ziemlich gutes Mountainbike für ca. 100.000 Franc zu bekommen. Ich finde das war eine ziemlich gute Innovation!
So bin ich einerseits unabhängig von den Motos (obwohl das eigentlich nicht so das Problem wäre, die gibt es nämlich ÜBERALL), doch ich halte mich gleichzeitig auch noch ein bisschen fit.
Ganz hoch zur Schule bin ich bisher noch nicht gefahren, weil das kontinuierlich bergauf geht und allein schon mit den Motos um die 20 Minuten dauert, aber ich fahre bis zu der Straße, die nach Kinigi führt (und Nyange liegt auf dem Weg). Von dort aus nehme ich dann je nach dem, ob einer kommt oder nicht, den Bus oder das Moto. Zurück nehme ich wie gehabt die Fahrrad-Taxis. Somit habe ich mir auch schon mal die Fahrtkosten ein wenig reduziert.

Wirklich witzig sind die Blicke und die erstaunten Rufe der Ruander, wenn ich mit meinem Fahrrad durch die Gegend düse und sie einen "Muzungu" auf dem Fahrrad sehen.

Aktion: Bildung für Dorfkinder 

Das erste größere Ereignis, von dem ich euch berichten möchte fand am 18. Januar statt. Ein Longtrip mit Enock und einem Bekannten von ihm. Dadurch, dass ich beim letzten Trip mit diesem Bekannten nicht so gute Erfahrungen gemacht habe (Nicki und ich waren den ganzen Tag unterwegs, um letztendlich eine Schule für 5 Minuten zu betreten, damit Fotos von uns gemacht werden können, während wir gerade unsere Namen ins Gästebuch eintragen... Weiße Leute mitbringen kommt halt immer gut...), ging ich dieses Mal nicht ganz ohne Vorbehalte ran, doch dieser Trip hat sich als eine super Sache entpuppt.

Wir fuhren mit dem Bus nach Rukeri Village in den Modende Sector (Rubavu District), welches ca. 17 km von Gisenyi entfernt liegt, der Stadt am Kivusee, in der ich auch schon einige Male war.
Von dort aus mussten wir dann erstmal noch 5 km zu Fuß zu dem "Umudugudu" laufen, da es dorthin keine geteerten oder befahrbaren Straßen gibt. Zurück ging es dann nochmal genauso lange...eine kleine Wanderung durch die grüne Natur, was mir ziemlich gut gefallen hat :)

In diesem Dorf leben ungefähr 300 Menschen inklusive etliche Kinder in ärmlichen Verhältnissen, die nicht zur Schule gehen. Dadurch, dass sich der Staat bisher noch nicht um diese Menschen gekümmert hat wollte Enocks Bekannter, zusammen mit sämtlichen Chiefs, Verantwortlichen und hochstehenden Menschen etc. des Dorfes und der Umgebung eine Rede halten, um die Eltern zu überzeugen, ihre Kinder in die Schule zu schicken.
Bei dieser Aktion war ich natürlich Feuer und Flamme, weil dies wirklich auch etwas ist, das mir am Herzen liegt. Bildung ist zwar nicht alles, doch hauptsächlich dadurch kann der Teufelskreis der Armut durchbrochen werden.
Jeder von diesen Leuten hielt zu Beginn eine kleine Rede mit Gründen, warum es wichtig wäre, die Kinder in die Schule zu schicken und als Abschluss haben dann die Frauen auf traditionelle Art getanzt, gesungen und geklatscht. Selbst ich durfte einige Sätze sagen und vor diesen Menschen eine kleine Rede halten, die dann übersetzt wurde. Für mich war das natürlich eine große Ehre, doch trotzdem ist mir klar, dass ich dieses Privileg (wie so viele andere) nur hatte, weil ich weiß bin, aus dem reichen Europa komme und ich deshalb von den Menschen einen unglaublich großen Respekt entgegengebracht bekomme.  Mein letzter Blogeintrag zum Thema "Weißsein in Ruanda" hier klicken

Die Eltern beim Tanzen
Die Kinder des Dorfes 





...Übrigens habe ich erfahren, dass tatsächlich zu Schulbeginn am 23. Januar, 88 Kinder des Dorfes, das erste Mal zur Schule gingen. Ein voller Erfolg also!







Zwischenseminar 

Das Zwischenseminar, welches vom 23.1.17 bis zum 27.1. in Gisenyi stattfand, ist der nächste größere Punkt, von dem ich berichten möchte. Dieses Seminar fand für die Freiwilligen von Volunta (unsere deutsche Entsendeorganisation), mit denen ich auch schon in Deutschland auf dem Vorbereitungsseminar war, statt.

Um jetzt gleich schon mal eines vorwegzunehmen: Das Seminar war genau so ein Seminar, wie jedes Seminar sein sollte. Es war wunderbar und hat seinen Zweck erfüllt! Dies lag aber ganz sicher zu einem großen Teil an unserem tollen Seminarleiter, der mittlerweile Master-Lehramtsstudent ist und damals selbst einen Freiwilligendienst in Lateinamerika absolviert hat.
Der Ort des Seminars (wunderschöne Natur direkt am Kivusee) war auch genau richtig gewählt, perfekt um seine Gedanken schweifen zu lassen.

Insbesondere die ersten Tage des Seminars waren super. Man hatte wirklich die Gelegenheit, die vergangenen sechs Monate anhand von Aufgaben/ Übungen zu reflektieren und hatte sogar noch viel Zeit für sich selbst nachzudenken.
Auch ich kam innerhalb dieser knappen Woche zu vielen (Selbst-)Erkenntnissen.

Unter anderem wurde mir bewusst, wie stark meine Liebe zu meinem ruandischen Leben geworden ist und dementsprechend, wie gering meine Motivation geworden ist, wieder nach Deutschland zurück zu kommen.
Mein Leben in Freiheit gebe ich nur ungern wieder auf und etwas Theoretisches zu tun und nur am Schreibtisch bzw. in der Uni zu sitzen und zu lernen ist für mich unvorstellbar, wenn ich sehe wie viel ich bei den Kindern bewirken kann und mit wie viel Engagement und Leidenschaft ich diese Arbeit tue. Aber das Studieren stellt nun mal die nächste Episode meines Lebens dar...

Der Seminar-Plan

Der Kivusee



Unser Hotel

Seminarinhalte, die ich in mein Tagebuch geklebt habe


Der Garten beim Hotel
















Schul-Festival (Sport-4-Peace) mit Theater-Aufführung

Pyramidenbauen
Das kleine Festival am 4. Februar an unserer Schule, das ich zusammen mit Enock und Honoré (der Sport und Disziplin-Lehrer unserer Schule, auf dessen Mitgift-Feier wir waren) organisiert habe war mein Highlight der letzten Monaten.
Honoré war beim Sport-4-Peace Training der Jumelage in Kigali dabei und hat sich somit um den sportlichen Teil des Festivals gekümmert. Ich habe mit den Kindern ein Theaterstück über den Räuber Hotzenplotz (robber Hotzenplotz auf Englisch) eingeübt, welches wir vorher als Lektüre gelesen hatten und Enock hat sich um die gesamte Organisation gekümmert. Angefangen von Essen, Trinken, Soundsystem, Sitzgelegenheiten bis hin zum Einladen der Gäste und dem Organisieren der Kinder.

Zwei andere Freiwillige aus Musanze, mittig mein Schüler, der den Räuber Hotzenplotz gespielt hat
Zu Beginn lief es ein wenig chaotisch ab, da die Gäste kamen und keiner etwas über den Ablauf wusste, doch ich kann es immer noch nicht glauben wie schön es sich entwickelt hat. Zu Beginn spielten die Kinder Sportspiele des Sport-4-Peace Programms, die Kinder haben auch Akrobatik gezeigt (wie Pyramiden bauen, Räder, Handstände etc.) danach wurden einige kleinere Spiele zusammen mit den Eltern und anderen Gästen gespielt und danach kam unser Theaterstück.

Willi Meckes, unser "Ehrengast" aus Deutschland und auch alle anderen Gäste (Kinder aus der Umgebung, sämtliche Schulleiter, Chiefs, Geistliche und vor allem auch die Eltern der Batwa-Kinder) konnten ihre Begeisterung über das Theaterstück und die anderen Aktivitäten nicht in Worten ausdrücken.
Ich war unglaublich stolz auf "meine" Kinder und hatte selbst unglaublich viel Spaß daran.
Mit meinen Theater-Kids




Bei den Theaterproben


Akrobatik pur 



Eine kleine Szene aus dem Theaterstück




Beerdigung

Ein nicht ganz so schönes Thema muss ich auch noch ansprechen, da dies auch zu meinen Erlebnissen der letzten Wochen gehört.

Der Junge (vorne)
Letzte Woche am Mittwoch Abend (8.2.) bekam ich von Enock eine Nachricht, in der es hieß, dass letzte Nacht ein Elternteil eines Kindes gestorben sei. Am nächsten Tag in der Schule erzählte er mir dann die ganze Geschichte.
Es ging um den Vater von einem unserer "kleinen" Kinder. Die Familie hätte seinen Körper in der Nacht in der Nähe des Hauses gefunden und entdeckt, dass sein Körper wohl mit mehreren Machete-Hieben getroffen wurde. Da es sich offenbar um einen Mord handelte, nahm die Polizei seinen Körper mit, doch der Täter wurde bis jetzt noch nicht identifiziert.
Obwohl ich die Familie nicht kannte und auch zu dem Jungen nicht so viel zu tun hatte, wollte ich der Familie irgendwie trotzdem mein Mitgefühl zeigen. Außerdem bedeutet das für Familien mit solch wenigen finanziellen Mittel fast der finanzielle Ruin.
Also haben Enock und ich das Fahrrad geschnappt und sind von unserer Schule aus (Nyange) in das Center von Kinigi gefahren (was wirklich wirklich anstrengend war und ziemlich lange gedauert hat). Dort auf dem Markt habe ich dann erstmal 2 kg Bohnen, Reis und Mais für die Familie besorgt, damit sie wenigstens für die Anfangszeit eine kleine Unterstützung haben. Für die Kinder haben wir dann noch Süßes (Bonbons, Lutscher, etc.) besorgt und für den Jungen eine neue Hose und ein T-Shirt. Das war wirklich das Mindeste, was ich hätte machen können.

Nach unserem Marktbesuch haben wir uns weiter auf dem Weg zu dem Haus der Familie gemacht. Weiterhin bergauf.
Als wir dann dort ankamen war schon die ganze Nachbarschaft um das Haus der Familie versammelt und genau in dem Moment kam auch das Auto mit dem Leichnam an. Wir kamen gerade rechtzeitig zur Beerdigung.
Dadurch dass es hier kaum Friedhöfen gibt, war im Garten schon ein großes Loch ausgehoben. Der Leichnam wurde in einem selbstgebauten Holz-Sarg mit Plastikfolie als Bedeckung transportiert.
Dadurch dass die Familie nicht bei der Kirche war (äußerst ungewöhnlich für Ruander, doch in manchen Fällen auf Dörfern schon häufiger anzutreffen) kam auch kein Pfarrer, sondern nur der Chief des Dorfes. Dieser hielt eine kleine Rede, während sich die engste Familie des verstorbenen Vaters im Haus aufhielt.
Der Junge war erst gar nicht da und Enock meinte, dass dies wahrscheinlich zu viel für ihn gewesen sei und er deswegen nicht dabei sein wollte. Aber auch ich empfand tiefes Mitgefühl für diese Familie und musste auch schwer mit den Tränen kämpfen.
Währenddessen wurde der Sarg in die Erde gelassen und wieder mit Erde bedeckt. Zum Schluss wurden von Familienangehörigen noch Blumen darauf verteilt. Als dies zu Ende war fragte mich der Chief, ob ich noch etwas zu sagen hätte (natürlich die einzige Weiße) und alle Augen richteten sich auf mich.
Ich fand dies nicht ganz so angebracht, weil ich die Familie und vor allem den Vater nicht persönlich kannte und nur weil mir hier aufgrund meiner Hautfarbe (siehe "Die Behandlung von Weißen ...und wie wir hier als etwas Besseres gelten") ein unglaublich großer Respekt entgegengebracht wird, fand ich nicht, dass ich das Recht hatte, eine große Rede zu schwingen. Also überbrachte ich nur mein Beileid und wünschte der Familie viel Kraft und Hoffnung und dass sie sich nicht zu sehr von der Trauer lähmen lassen.
Am Ende gingen wir noch ins Haus, um der Familie das Geschenk zu überbringen und dort sah ich dann, wie jung die Frau des verstorbenen Mannes war. Sie sah so aus, als wäre sie im gleichen Alter wie ich gewesen, wenn nicht sogar etwas jünger und hatte noch ein kleines Baby auf dem Rücken. Ich habe dann erfahren, dass ihr Mann 20 Jahre alt wurde. Zur Erinnerung, ihr ältester Sohn ist acht Jahre alt! In Ruanda ist das Heiraten für Frauen eigentlich erst ab einem Alter von 21 Jahren erlaubt, aber an diese Regel halten sich eigentlich nur die Menschen in den Städten.


Das T-Shirt für den Jungen

Das Grab
























Besuch einer deutschen Schülergruppe 

Genau vor einer Woche, am Sonntag, den 12.2.17 haben uns 15 Schüler und Schülerinnen mit drei Lehrern der neunten und zehnten Klasse einer Realschule aus Rheinland-Pfalz an unserer Schule in Nyange besucht. Erzählt wurde uns, dass diese Reise schon über etliche Monate hinweg geplant und vorbereitet wurde. Und dass die Schüler selbst einen großen Teil der Kosten durch Spendenaktionen usw. finanziert hatten. Letztendlich musste jeder Schüler zusätzlich noch 600€ zahlen. Die Schüler, die dabei waren mussten auch an einem richtigen Bewerbungsverfahren teilnehmen, sodass die verantwortlichen Lehrer wirklich sicher gehen konnten, dass die Schüler für diese Reise geeignet sind. Mir machte es auch wirklich den Eindruck, dass die Schüler wirklich ehrliches Interesse an unserer Arbeit/ unserem Projekt hatten und am Liebsten gleich alle in Ruanda geblieben wären.

Speziell für diesen Anlass haben wir nochmal all unsere Kinder zusammengetrommelt und in die Schule eingeladen. Dadurch dass wir das Theaterstück sowieso noch intus hatten, nahmen wir dies als Gelegenheit, das Können der Kinder nochmals zu zeigen.
Ich denke für beide Seiten war dieses Treffen interessant. Unsere Kinder waren zu Beginn jedoch ziemlich überfordert, als sie diese große "Abazungu"-Gruppe (Mehrzahl von Muzungu) auf sich zukommen sahen. So viele Weiße auf einem Haufen hatten sie noch nie gesehen.
Nach dem Theaterstück spielten einige deutsche Schüler dann noch mit ihnen Fußball, Volleyball und andere kleine Spiele und dann war die Zeit auch schon wieder vorbei.
Als Abschiedsgeschenk bekamen die Kinder dann noch neue Bälle von der Schule geschenkt und Trainigs-Kleidung, worüber sie sich ehrlich und riesig freuten. Richtige Bälle und generell Sport- und Spielmaterialien sind hier leider wirklich Mangelware.




Die Geschenkübergabe

Gemeinsames Tanzen



























Festival in Burera 

Das letzte Ereignis, von dem ich euch erzählen möchte, hat diese Woche Mittwoch (15.2.) stattgefunden. Dieses Festival wurde von unserer Chefin, Soeur Florida, organisiert, die die Arbeit mit den Batwa-Kindern ins Leben gerufen hat, zu der ich aber im Alltag eigentlich nie zu tun habe. Mit Enock arbeite ich tagtäglich zusammen, da er die ausführende Hand von der Schwester ist.

Sie hat diese Feier als Abschiedsfeier für Willi Meckes organisiert, der nun in Rente geht und seit 1988 jedes Jahr in Ruanda war und ziemlich viel Entwicklungshilfe betrieben hat.
Dieses Festival fand an einer anderen Schule, ca. 40 Minuten mit dem Minibus von Musanze entfernt, statt. Wir durften sogar etwa 20 Kinder von unseren Kindern mitnehmen, zwar nur die größeren, doch sie haben sich riesig gefreut. Es war wirklich schön zu sehen und zu hören, wie aufgeregt die Kinder waren, einmal Minibus fahren zu dürfen und einfach mal (wenn auch nur ca. 12 km) raus aus ihrer Umgebung zu kommen. Sie haben große Reisebusse bestaunt und ein Schüler, der im gleichen Alter wie ich ist (weil er bereits für ein paar Jahre arbeiten war und sich dann doch entschieden hat nochmal etwas zu Lernen) meinte ganz stolz: "Rwanda is best country!".

Wie immer auf solchen Veranstaltungen saßen die höher gestellten Personen auf richtigen Stühlen im Zelt und die anderen außerhalb auf dem Boden. Zu den höher gestellten zählten natürlich auch wir Freiwilligen. Es gab Tanz -und Gesangsdarstellungen und sogar unsere Kinder, die das traditionelle Tanzen erst letztes Wochenende bei einem Treffen mit Eltern und Kindern gelernt hatten, durften für einige Minuten vortanzen und Herrn Meckes ein Geschenk überreichen.

Danach wurden die geladenen Gäste (zum Glück auch unsere Kinder) zur Kirche geführt, wo es dann für jeden einen Maiskolben zum Essen gab. Wir als höher gestellte Personen durften wie auf einer Bühne vor den "normalen" Gästen platz nehmen und bekamen sogar noch eine Limonade zum Maiskolben dazu. Die anderen durften uns dabei zusehen wie wir als erste die Getränke und das Essen serviert bekamen.

Tanzvorstellung

Die Busfahrt mit den Kids



Enock mit unseren Kids


Unsere Kids mit Herrn Meckes



Das war's erstmal mit den Erlebnissen. Natürlich gab es noch eine Menge mehr Dinge, doch ich habe mich mal auf diese Anzahl beschränkt. Wie ihr seht war die letzte Zeit sehr sehr ereignisreich und deshalb verging sie für mich sogar noch schneller als davor.
Anfang Januar hat Nicki ihr Praktikum in Kigali in einer Behinderteneinrichtung für Kinder im Bereich der Physiotherapie begonnen und war deshalb auch ziemlich wenig bei mir in Musanze. Mittlerweile ist dies wieder beendet, doch sie möchte nun in Zukunft pro Woche zwei Tage dort in Kigali arbeiten und den Rest der Woche nach wie vor bei mir.




P.S. Falls ihr es nicht aus den ganzen Erlebnissen herauslesen konntet: Mir geht es immer noch super hier und bald werdet ihr auch meinen zweiten Zwischenbericht über meinen aktuellen Gefühlszustand zu lesen bekommen, da ich mittlerweile nun schon über einem halben Jahr in Ruanda lebe.












Weißsein in Ruanda ...und wie wir hier als etwas Besseres gelten


Dieses Thema habe ich bereits in meinem ersten Zwischenbericht, welchen ich auf Englisch verfasst habe, angesprochen und als "Muzungu-Problem" betitelt. Trotzdem wollte ich dies nochmal auf Deutsch ansprechen, da es bestimmt doch einige Nicht-Englisch-Sprachler gibt, die davon gerne erfahren würden.


Einfach nur aufgrund unserer Hautfarbe, die unsere Herkunft offenbart, erfahren wir (damit meine ich die Freiwilligen hier in Ruanda und alle anderen "Weißen", die sich in Ruanda aufhalten) hier so oft eine "andere" Behandlung.
Meistens werden wir zwar im positiven Sinne anders behandelt (im Vergleich zum Rassismus, wo Schwarze wirklich aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert werden), wie z.B. wenn wir im Krankenhaus trotz großer Warteschlange als erste drankommen oder wenn extra für uns Leute aus dem Bus "geworfen" werden, damit wir als Weiße nicht auf den nächsten Bus warten müssen. Doch  trotzdem fühlt man sich total unwohl damit, weil man genau weiß, dass das falsch ist. Wir wissen genau, dass wir nichts "Besseres" als Schwarze sind und nur weil wir eine weiße Hautfarbe haben und aus Europa kommen, haben wir nicht mehr Respekt verdient als andere Menschen.

In Deutschland wäre es beispielsweise nie möglich gewesen, dass ich als Schulabgängerin ohne jegliche Qualifikationen auf so einer wichtigen Veranstaltung, bei der versucht wurde die Kinder eines Dorfes in die Schule zu bringen (siehe Blogeintrag " Meine letzten Erlebnisse ", Titel "Aktion: Bildung für Dorfkinder ") eine Rede hätte halten dürfen und dass meine Aspekte und Gründe dann auch noch so ernst genommen werden.

Dieses unaufhörliche Interesse an uns ist aber auch in den meisten Fällen ziemlich oberflächlich. Beispielsweise werden wir unzählige Male auf der Straße oder an öffentlichen Orten angesprochen/ "angeflirtet", zu Dates eingeladen oder nach unserer Nummer gefragt, selbst von unseren Ärzten, Vermietern, etc. und in den meisten Fällen ist es leider so, dass hier kein ehrliches Interesse an uns als Person besteht, sondern einfach nur die Hautfarbe und die damit verbundenen Erwartungen/ Träume im Fokus stehen.
Zu Beginn war es für uns auch wirklich schwer zu unterscheiden, wer wirklich ehrlich an uns interessiert war und wer andere Hintergedanken hatte. Dies machte es uns unheimlich schwer richtige und ehrliche Freundschaften mit "Locals" aufzubauen.
Dann gibt es auch noch die Sprachbarriere, die es zusätzlich noch schwerer macht, tiefe Gespräche mit Einheimischen zu führen, da wir dafür nicht gut genug Kinyarwanda sprechen und die Englisch- bzw. Französischkenntnisse der Ruander meistens auch dafür nicht ausreichend sind.

Trotzdem war dieses Problem für mich innerhalb der ersten paar Monate viel größer und wichtiger als es jetzt ist. Einerseits habe ich mich ein Stück weit daran gewöhnt, andererseits habe ich (glaube ich zumindest) eine bessere Menschenkenntnis entwickelt, sodass ich in einigen Fällen sofort sagen kann, ob diese Person nur an meiner Hautfarbe interessiert ist oder ob es sich doch lohnen würde, sie näher kennen zulernen.
Ich habe zwar nicht viele, aber mittlerweile gibt es hier wirklich ein paar Leute, bei denen ich merke, dass die Hautfarbe keine Rolle spielt und ich ihnen mein 100%-iges Vertrauen entgegenbringen kann.


... Das nochmal als kleine Wiederholung, da dieses wirklich eines der Themen ist, welches uns als weiße Leute in Ruanda am meisten überhaupt beschäftigt und mit dem wir stark zu kämpfen hatten/ haben. Dadurch dass ich dieses Thema als so wichtig empfinde, wollte ich einen eigenen Blogeintrag mit eigener Überschrift daraus machen, obwohl ich eigentlich geplant hatte, alle meine letzten Erlebnisse in einem Post zu vereinen. Also, für alle, die gerne von den Ereignissen lesen würden (inklusive eine Menge Bilder), die ich in der Zeit seit dem Weihnachts- bzw. Neujahrsurlaub bis jetzt erlebt habe, einfach Hier klicken

Dienstag, 10. Januar 2017

Weihnachtsurlaub in Kenia

Mein Reisebericht über Kenia 

Samstag, 17. Dezember 2016

Meine Arbeit während den Schulferien

Mittlerweile (eigentlich schon etwas länger) sind in Ruanda Schulferien. Das sind die einzigen Ferien, die die Kids haben, aber dafür  sind die auch ziemlich lang. Sie sind über drei Monate lang (der komplette November,  Dezember und Januar, sowie etwas vom September und vom Februar)! Viele der anderen Freiwilligen, die an Schulen arbeiten haben während dieser Zeit frei. Dadurch dass Nicki und ich aber mit den Batwa-Kindern zusammen arbeiten, liegt bei uns der Fokus gerade auf den Ferien, da sie ohne uns sonst keine Beschäftigung hätten und sonst die Zeit für zwielichtige Beschäftigungen wie z.B. Stehlen nutzen würden. In einer meiner ersten Einträge habe ich ja bereits erklärt, dass die Batwas, oder auch Twa genannt, eigentlich die ärmste Ethnie überhaupt sind. In der Ferienzeit arbeiten wir von 8 bis 12 Uhr und danach gibt es für die Kinder essen, was für sie die größte Motivation überhaupt ist, in die Schule zu kommen.

Eins von unseren gefühlt 5000 Quatschbildern
Das Haus, in dem die Kinder nach der Schule etwas zu essen bekommen (die Köchin bekommt ca. 16€ im Monat)



Für mich ist die Ferienzeit eine wundervolle Zeit, da man super kreativ arbeiten kann und alle möglichen Projekte starten kann. Während der Schulzeit herrschte für mich immer der Druck, etwas "Ordendliches" bzw. "Produktives" auf die Beine stellen zu müssen, aber wahrscheinlich habe ich mir den Druck nur selbst gemacht und während der Ferienzeit habe ich eher das Gefühl, dass ich auch mal andere Dinge machen zu dürfen, die nicht nur stupides Unterrichten sind. Welche Projekte das sind, werde ich euch hier vorstellen:

Das Wichtigste  ist wohl das Räuber-Hotzenplotz-Projekt. Noch bevor ich hier her gekommen bin,  habe ich mir den Räuber Hotzenplotz als Lektüre auf Englisch bestellt, weil das als Kind mein absolutes Lieblingsbuch war und ich es unzählige Male als Gute-Nacht-Lektüre von meiner Mama vorgelesen bekommen habe.
Also habe ich auch angefangen, es den Kindern vorzulesen und kleinere Dinge daran anzuschließen, wie beispielsweise Hotzenplotz-Ausmalbilder, kleinere Theater-Szenen, oder einfach das Lernen von Wörtern aus dem Buch, sowie deren Wortfamilien. Was mir auch davor noch gar nicht bewusst war, ist, dass auch der Inhalt ziemlich gut passt, da es ja die Thematik des Stehlens beinhaltet. Auf der anderen Seite jedoch, birgt es auch Nachteile, z.B. dass es ziemlich langwierig ist. Ich bin gerade beim vierten Kapitel des Buches, da es sich ganz schön in die Länge zieht und dass stupides Vorlesen nach einer Weile auch ziemlich langweilig wird. Somit muss ich natürlich auch die Kinder aktiv werden lassen, indem ich ihnen Fragen stelle, sie einzelne Szenen spielen lasse oder wir neue Wörter aus dem Buch lernen. Außerdem bin ich total auf Enock angewiesen, der mir die Sätze übersetzt und somit kann ich, zumindest während ich mit dem Buch weitermache, nicht alleine unterrichten. Des Weiteren kann ich auch nicht allen gerecht werden, da manche es genießen, vorgelesen zu bekommen und andere, meistens die älteren, fitteren Schüler lieber selbst aktiv werden wollen und Vokabeln lernen möchten. Achso, übrigens ist dies das erste richtige Buch, das die Kinder in ihrem ganzen Leben gelesen haben, bzw. vorgelesen bekommen.

Hier ein paar Bilder von den Kids mit ihren Ausmalbildern:






Wenn wir schon bei Premieren sind, die Kids haben vor kurzem auch den ersten Film in ihrem Leben gesehen, nämlich zwei Filme von Tom und Jerry (der erste war irgendetwas mit Sherlock Holmes und der zweite mit einem Drachen). Inhaltlich vielleicht nicht unbedingt pädagogisch wertvoll oder mit irgendeiner wichtigen Moral, doch ich dachte dass Tom und Jerry für den Anfang eigentlich ziemlich geeignet ist, da es sprachlich überhaupt nicht anspruchsvoll ist. Ungefähr 40 Kinder haben auf meinen kleinen Laptop geschaut, doch sie waren so glücklich, dass die Größe des Bildschirms überhaupt nicht relevant war.



Was ebenfalls erwähnenswert ist, ist das Adventskalender-Projekt. Nicki und ich haben für 46 Kinder kleine Geschenke besorgt (jeweils ein Stift, eine kleine Schokolade und einen Lolli) und 46 Papiertüten, die die Kinder selbst bemalen durften. Insgesamt haben wir 14€ dafür ausgegeben, was ja wirklich in Ordnung ist. Also sind alle Tüten, bis auf die 24. für Enock, doppelt und jeden Tag dürfen zwei andere Kinder ihr Tütchen öffnen. Ich glaube, dass das für die Kinder besser als Weihnachten ist, da sie aus wirklich armen Verhältnissen stammen.




 

Wie schon oben erwähnt, haben wir in der Ferienzeit fast 46 Kinder wenn alle da sind, was im Vergleich zur Schulzeit wirklich super viele sind. Das liegt daran, dass während der Ferienzeit ALLE Batwa Kinder aus der Umgebung zu uns kommen und nicht nur die Batwa-Kinder aus unserer Schule.

Übrigens bin ich nun seit Anfang dieser Woche alleine auf der Arbeit. Nicki möchte nämlich die Stelle wechseln, da sie gemerkt hat, dass das Unterrichten, auch wenn es "nur" Sport ist, nicht ihr Ding ist. Sie hat während der Ferienzeit auch mal das Englisch-Unterrichten ausprobiert, doch ist letztendlich zu dem Schluss gekommen, dass sie an dieser Schule auffhören wird zu arbeiten. Sie hat auch schon mit unserer Mentorin gesprochen, die zum Glück sehr verständnisvoll war, da es Nicki in letzter Zeit wirklich nicht gut ging und das zum großen Teil auch an der Arbeit liegt. Sie hat für Nicki nun ein einmonatiges Praktikum in Kigali organisiert, in einer physiotherapeutischen Praxis, wo der Leiter wohl auch ein ziemlich gutes Englisch spricht. Darauf freut sie sich schon sehr, weil sie in Deutschland auch Phsysiotherapie studieren möchte. Für diese Zeit wird so dann auch in Kinski wohnen, was ich ziemlich schade finde, dann für einen Monat alleine zu wohnen und ich bin mal gespannt wie das so wird.


In der Zwischenzeit, in der Nicki ihr Motivationstief hatte, war die Koordination in der Schule ab und zu mal nicht ganz so einfach, da sie sich teilweise nur 7-8 Schüler aus der großen Gruppe rausgenommen hat und ich die restlichen Schüler mit komplett unterschiedlichen Leistungsniveaus und Altersstufen unterrichten musste. Die ersten Tage, die ich jetzt aber alleine gearbeitet habe, liefen wirklich gut und ich freue mich jeden Tag auf die kleinen Belger :)

In letzter Zeit verflog die Zeit noch schneller als davor, ich wusste nicht, dass das überhaupt möglich ist. Das erste Dezember-Wochenende war Nickis Geburtstagswochenende und in den zwei Wochen danach, war ich eigentlich nur auf Achse und war gefühlt nur zum Schlafen zu Hause. Wir waren sehr oft in Kigali, wo auch eine Weihnachtsfeier der Jumelage stattfand, an der wir Freiwillige an den Ständen geholfen haben (ich war beispielsweise am Glühweinstand) und es hat ziemlich Spaß gemacht. Außerdem hat sich nun endlich der Stress mit meinem Handy erledigt (die Pool-Aktion hat es wohl doch nicht so unbeschadet überlebt, der Screen war komplett defekt und die Repeeatur kostet in Ruanda ca. 270€. Dadurch, dass ich die Hoffnung hatte, dass die Reparatur in Deutschland billiger ist, habe ich mir hier ein neues, billigeres Handy gekauft und habe meins einer Freiwilligen mitgegeben, die Weihnachten in Deutschland verbringt, da sie dort eine Operation über sich ergehen lassen muss.
Außerdem habe ich einen kompletten Tag für meinen Bruder geopfert, der Hilfe per Skype bei seiner Eurokom gebraucht hat (mündliche Abschlussprüfung in Englisch an der Realschule).

Vor kurzem haben wir es endlich geschafft, eine Führung in den Caves von Musanze zu nehmen. Hier ein paar Bilder:



Außerdem gehen wir seit kurzem auch an und zu im Fitnesstudio von Musanze Sport machen. Es ist ein einziger Raum, mit 2 Laufbändern, Fahrrädern, anderen Geräten und einem Bereich, wo jeden Abend bis auf Sonntag ein Aerobic-Kurs stattfindet.


Nun muss ich noch bis Dienstag nächstes Woche arbeiten (20.12.) und über Weihnachten geht es dann Für und mal wieder nach Kenia in den Urlaub (zuerst Nairobi, dann Kisumu und Silvester werden wir mit den anderen Freiwilligen in Mombasa verbringen).

Yaminga geht es übrigens auch super, sie wächst und gedeiht und ist eine ziemlich freche Nudel geworden!

Liebe Grüße und ich wünsche euch allen schon mal Frohe Weihnachten und einem guten Rutsch :)

P.S. Die Weihnachtsstimmung fehlt hier ein bisschen, da wir tagsüber mit T-Shirts und Tops rumlaufen und hier so gut wie nirgends Weihnachtsdeko zu finden ist. Wir haben aber in Kigali in einem Supermarkt Schokoladen-Adventskalender und eine Lichterkette gefunden damit unser Haus wenigstens ein bisschen weihnachtlich wird.

Mittwoch, 23. November 2016

Mein neues Haustier

Yaminga, das Findelkind

Ich habe suuuuuuper Neuigkeiten!!! Letztes Wochenende (18.11. - 20.11.) waren Nicki und ich mal wieder in Kigali, um Freunde zu treffen. Es war eine super Wochenende, z.B. war ich im Kino, in Doctor Strange, sogar in 3D! Das Kino gibt es noch nicht so lange und ist top modern :-) Außerdem war ich mit einer anderen Freiwilligen aus Kigali in diversen Supermärkten, was für mich mal wieder total cool war, dass es in Musanze nicht mal mehr einen einzigen gibt (was mir wirklich fehlt!)... Ein Store ware besonders riesig, das war so ein Laden, in dem auch Firmen einkaufen, dort gab es alles... Sogar Weihnachtsschmuck, was hier eine absolute Seltenheit ist! Die Vorweihnachtszeit spielt hier nämlich, anders wie in Deutschland keine so große Rolle, bis auf ein paar große Supermärkte in Kigali, habe ich hier noch keinen Weihnachtsbaum oder ähnliche Deko gesehen. Da habe ich dann gleich mal die Gelegenheit genutzt und Nickis Geburtstagsgeschenk gekauft, welches ich jedoch nicht genauer beschreiben werde (falls Nicki sich mal auf meinen Blog verirren sollte :D).

Das absolute Highlight des Wochenende war jedoch Folgendes: Nach dem Kino am Freitag  (gegen 21:30 Uhr abends) fand ich auf dem Rückweg zur Jumelage ein mini kleines Kätzchen auf der Straße, das an den Bordstein gekauert da lag. Es sah ziemlich schüchtern und verwahrlost aus. Es war dreckig und hatte auch eine verklebte Nase. Dadurch dass weder die Mutter noch irgendwelche Geschwister in der Nähe waren, merkte ich, dass es sich wohl um eine verstoßene Katze handeln muss. Ich dachte, dass sie hier auf der Straße wohl nicht alleine überleben wird, also packte ich sie in meine Jacke und bin ab in den Supermarkt, um etwas Milch für sie zu kaufen, wobei sich dann herausstellte, dass ich keine Milch, sondern Naturjoghurt gekauft hatte. In der Jumelage (meine Schlafgelegenheit für dieses Wochenende) versuchte ich ihr etwas Joghurt verdünnt mit Wasser zu geben, woran sie aber nicht wirklich interessiert war. Ich denke sie musste sich erstmal erholen von dem Schock, der ihr zugestoßen ist und auch von dem Kummer, alleine der Welt ausgeliefert zu sein, denn sie schlief die ganze Nacht durch. Am nächsten Tag schleckte sie jedoch tatsächlich ein paar Mal an der Joghurt-Wasser-Mischung. Danach bin ich erstmal wieder zurück zum Supermarkt  (ein zweites Mal mit Katze auf dem Arm), wo ich mal wieder die Attraktion des Tages war, um ein Körbchen für sie zu kaufen. Übrigens, sie hat auch schon einen Namen bekommen: Yaminga! Eigentlich heißt das "dünn" auf Kinyarwanda, so werden die ruandischen Supermodels genannt und man schreibt es so: Nyampinga, doch ich finde den Namen wunderschön :)
Danach ging es erstmal ab zum Tierarzt, was sich als ziemliche Herausforderung entpuppte.
Um einen Tierarzt in Kigali ausfindig zu machen, benutze ich erstmal Tante Google, wo ich mich dann für einen amerikanischen Tierarzt in der Nähe des RDB-Offices entschied. Also suchte ich mir ein Moto, sagte "RDB" und stieg mit Katze auf, wobei mich mindestens fünf Menschen schmunzelnd beobachteten. Ich dachte mir, dass ich dann, wenn ich dort angekommen bin, bestimmt Menschen fragen kann, die mir dann bei meiner Suche nach der Veterinary Clinic behilflich sind. Pusteblume. Kein einziger wußte, wo hier ein Tierarzt sein soll. Zum Glück fand ich dann im Internet zufällig zwei Telefonnummer einer anderen Tierklinik, die erste Nummer hat mich nach ein paar Sätzen weggedrückt und bei der anderen habe ich das Telefon nachdem ich meine Frage gefühlt fünf Mal wiederholt habe, an eine Dame aus dem RDB Office weitergegeben, die dann für mich nach dem Weg gefragt hat und mich anschließend aufs Moto gesetzt. Als das Moto dann anhielt und keine Anstalten machte weiter zu fahren, ging ich dann erstmal auf die Suche nach einer Tierklinik. Als ich dann ein Schild mit "Veterinary Pharmacy" gefunden habe, dachte ich sei meinem Ziel schon ein Stückchen näher gekommen und habe einfach mal mein Glück versucht und auf alle möglichen Weisen gefragt: "Where is the vet?". Nach einigen Antworten, die ausschließlich aus "yes" bestanden, kam letztendlich dann ein: "here". Das war also die "Tierklinik". Es sah eher aus wie eine etwas heruntergekommene Apotheke.
Ich zeigte dem "Arzt" die Katze und er fragte mich: "Is she ill?", worauf ich dann nur meinte: "That's what I wanted to ask you". Er gab mir dann ein Medikament für ihre Schnauze, das man mit Watte auf ihre Nase geben soll, ein Flohschampoo, eine Entwurmungstablette und eine Spritze (keine Ahnung gegen was). Er meinte sie sei zwischen 2 und 3 Wochen alt, was ich auch geschätzt habe und meinte ich solle ihr Milch und Fleischssauce zum Essen geben und nach ca. einer Woche dann Reis und Fleisch.
Also bin ich dann mit Katze und 10.000 Francs (ca. 12 €) weniger wieder aufs Moto gestiegen und wieder zurück in die Jumelage gefahren.

Dort bin ich dann noch bis Sonntag geblieben, wo sie sich auch noch wirklich gut erholt hat.

Die Busfahrt mit ihr am Sonntag war auch ziemlich witzig. Auf der Motofahrt habe ich sie unter mein T-Shirt gesteckt, um sicher zu gehen, dass sie nicht während der Fahrt anspringt. Das hat den Motofahrer schon zum Lachen gebracht, aber die Blicke der Fahrgäste im Bus waren unbezahlbar. Ich stieg ein mit Yaminga unter meinem T-Shirt und natürlich haben die Leute bemerkt, dass sich etwas in meiner Bauchgegend bewegt. Als der Bus dann losfuhr, deckte ich das Geheimnis dann auf und holte sie heraus. Ziemlich witzig, wie sich dann alle Blicke auf mich bzw. Yaminga richteten. Ich meine wir Weißen sind sowieso IMMER eine Attraktion, doch mit Babykatze fühlt man sich dann wirklich wie ein Promi.

Mittlerweile geht es Yaminga super, sie hat sogar schon angefangen, Trockenfutter für Babykatzen zu essen, welches ich nach langer Suche für viel Geld (ca. 17€ für 2kg) in einem Laden in Kigali gefunden habe.

Hier ein paar Bilder von meinem Findelkind:

Yaminga, als ich sie gefunden habe 
Auf der Busfahrt

So und nun zu einem Thema, was mit Yaminga zu tun hat. Ruander und Tiere. Eine Sache für sich... Ruander haben zu Tieren, die wir als Haustiere halten, ein ganz anderes Verhältnis, als ich es aus Deutschland gewöhnt bin. Hier gibt es kaum Haustiere, allerhöchstens Hunde, die die Funktion eines Wachhundes haben. Somit war dies für die Menschen im Bus auch ziemlich ungewöhnlich zu sehen, dass ich Yaminga auf meinem Schoß schlafen ließ, sie streichelte etc. Solch einen Umgang mit Tieren sind sie nicht gewohnt. Auf der Busfahrt bin ich auch mit einem Ruander, etwa in meinem Alter, ins Gespräch gekommen und er fragte mich, warum ich Katzen mag und was ich an Katzen mag, ob es die Nase oder die Augen sind usw. Ich meinte dann zu ihm, daß Tiere auch Geschöpfe Gottes sind, die genau wie Menschen, Liebe verdient haben. Mit der Antwort war er zufrieden. In Ruanda sind ja eh die meisten tiefgläubig. Seine Nachbarin meinte dann, dass sie dachte dass ich ein "premature baby" unter dem Shirt hatte. Lustig. Als ich dann in Musanze ankam, merkte ich dass viele Leute, vor allem auch Kinder, schlichtweg Angst vor Katzen haben (insbesondere auch total vor Hunden, dies ist aber auch auf die Geschichte (Genozid & Co) zurückzuführen). Unser Nachbar (jetzt Ex-Nachbar) zum Beispiel hat sich nicht getraut in ihre Nähe zu gehen und auch als ich einem Kind ein Bild von ihr zeigte, meinte es, es hätte Angst davor. Auch meinen Kids in der Schule habe ich davon erzählt und als ich dann meinte, dass sie mit mir im Bett schläft, habe ich an ihren Reaktionen schon gemerkt, dass sie das ziemlich abwegig finden. Naja, dann wird es mal höchste Zeit, sie davon zu überzeugen, was für eine Bereicherung so ein Tier sein kann.
Ach ja, als ich Nicki am Telefon erzählt habe, dass ich gerade eine Katze von der Straße aufgesammelt habe, meinte sie nur "ah ok" und dachte sich wahrscheinlich nur: "Mal wieder so eine typische Rebekka-Aktion".
Naja, genug für heute. Der nächste Blogeintrag wird von der Ferienarbeit in der Schule handeln und was wir so für Projekte mit den Kids machen.
Viele liebe Grüße aus Ruanda! :-)

Gute Nacht :-)) 



Sonntag, 6. November 2016

Zwischenbericht 1 (Status report: Summary of my first 3 months in Rwanda)

Von meiner deutschen Organisation aus ist es Pflicht für alle Freiwillige alle drei Monate einen Zwischenbericht zu verfassen. Ich dachte mir dass dies eigentlich eine ganz gute Möglichkeit ist, eine Zusammenfassung der letzten drei Monate auf Englisch zu verfassen, da ich auch einige nichtdeutschsprachige Freunde habe, die die ganzen Posts bisher leider nicht lesen konnten und sicherlich auch interessiert daran sind, von meinen Erlebnissen zu "hören". Für diejenigen unter den Lesern, die keine anglophonen sind tut es mir leid, aber es gab ja schon viele Berichte auf Deutsch :-)

For the English-speaking people: The following text is a status report, which is a summary of my first three months in Rwanda. For me it's obligatory to write a status report for my German organisation every three months, so I thought I could use this opportunity to write it in English so that more people, also my English-speaking friends, are able to read it.

Have fun :-)

I don't know how to start or what to tell. It has "only" been three months, but for me on the one hand it feels as if I am here for three years, on the other hand time literally just flew by. Three months ago I had to say goodbye to my "old" German life, to my family, to my friends, in general to everything that was familiar for me.
The father of the kids I used to babysit in Germany said something like this before saying farewell: "What you're going to do is probably one of the only things in life that aren't predictable beforehand." At that time I didn't really thought about the meaning of it, but now in retrospect this is exactly what was my biggest fear. The unknown. A completely different continent I had never visited before, a completely new country, new people, in general a completely new life. Even my tasks at work were undefined. I didn't know if I was allowed to teach children, which actually was my reason why I came here in the first place, or if I just had to occupy the children in the afternoons by making some games or doing sports with them. Because my first project for what I was taken on was only assisting in teaching, nothing else. This project was cancelled, so they gave me an alternative and I was in the dark. That's why I couldn't even prepare myself for my tasks, still I bought some stuff and gathered some information. But in general, I decided to just wait and see.

Although I knew that this decision was exactly the right one for me, my development and the people in Rwanda, I still had loooots of doubts in the last weeks before departing. On the way to the airport I actually even brought my decision of volunteering into question and asked myself how I could have given up my sheltered and beautiful life with such loving people around me so easily.

So much about my thoughts directly before the departure.

Now, three months later, all of this changed completely. Since going on board of the airplane not one single day has passed that I was homesick or regretted my decision. I love my rwandan life. I love this country. I love my housemate who works together with me, I love our house and, most importantly, I love my work.
Speaking of which, I'm indeed working as a teacher. And best of all, I'm teaching my favourite subject, the love of my life: English!
At the beginning things weren't that clear for Nicki and me, we were told that both of us should teach, preferably all the important subjects like English, French and MATHS, in addition we should teach sports and doing our own projects like theater (my suggestion) and so on. Wow! High aims, but in reality inconvertible. After this announcement both of us were a bit disappointed, because this was not what we expected. For Nicki one thing was clear from the beginning: She didn't want to teach. For me it was clear that I wanted to teach. We're lucky that we're complementary when it comes to our abilities and interests, because we spoke to the responsible people and very quickly we managed that now me I'm the only one responsible for teaching, only teaching, and Nicki is the one responsible for sports what she truly loves. Perfect regulation for both of us and of course also for those affected. Since then nothing has changed, I still love teaching and Nicki still loves doing sports. At the beginning I noticed that teaching alone in a language that the pupils don't understand isn't possible, at least in an effective way, so Enock, our responsible person, stays with me during the lessons and translates, if necessary, some sentences. But I also already taught some lessons completely alone when Enock wasn't available, which worked quite well.

A thing that is still a bit difficult for both of us is the "Muzungu-thing", as we call it. Muzungu means white person in Kinyarwanda and we hear it at least 10 times a day. Whatever we do or wherever we are. We are such an attraction for the people here, sometimes we feel like VIP's, stars or politicians, but not in a good way. One evening I was at a bar and a man was really excited to see me and asked me if he can take a picture with me. Then another one told me, that for him it's like getting an autograph from Obama. Just as an example. But the attraction alone is not the thing that bothers us, it's the thing that we don't know if we can trust someone or not. We don't know if the person is truly interested in us or just in our skin colour and in addition to that, what kind of intentions this person has. Does he think of getting money, of getting an opportunity of coming to Europe, is he just attracted by our appearance, does he have only sexual interests or is he just friendly?
It's the suspicion that we always have to have that bothers me the most. Normally I'm a person who trusts easily and sees only the good in people, but here we always have to be careful and suspicious, which makes it, apart from the language barriers, very difficult to build up deep friendships with local people.

But besides that, I believe that me being in Rwanda in exactly this place, this project, with exactly these people, is fate. I am sure that everything, from the beginning, was guided by a higher power, also for example the cancelling of my old project, which would have been very difficult to live in a small village with actually nothing around you, teaching alone a class of maybe 40 or 50 people (now I only have about 10 kids in one class) and having no-one for translation. In addition, I would have been the only volunteer there, with no other German speaking person around me with whom I can exchange views and who goes through the same problems.

From the bottom of my heart I am unbelievably thankful that I got this opportunity of making new experiences, getting to know a different culture and helping people. I am truly looking forward to the following nine months in this beautiful country.

P.S. Here some pictures of the school, the school building, the schoolyard and the kids (I played cootie catcher with them, in German "Himmel und Hölle").





And some pictures of Kigali, the capital city of Rwanda: 


Last but not least: 





Dienstag, 1. November 2016

Diebstahl und fancy Feste

Lang lang ist's her, als ich den letzten Post verfasst habe... Eigentlich sind es "nur" drei Wochen, doch es fühlt sich an wie eine Ewigkeit, weil schon wieder so viel passiert ist.

Besonders die letzten Woche war eine ziemlich stressige. Das schlimmste zuerst: Nickis Handy wurde aus ihrer Jackentasche gestohlen als wir gemeinsam mit drei Freiwilligen aus Kigali, die uns über das Wochenende in Musanze besucht haben, in der Harmonica-Bar feiern waren. In der Harmonica ist donnerstags immer Karaoke angesagt. Jedenfalls handelte sich um ein weniger als drei Monate altes Smartphone. In einem Moment hatte sie es noch bei sich und als sie einige Sekunden später wieder auf das Handy schauen wollte, war die Tasche leider komplett leer. Das komische an der Sache ist, dass ich die ganze Zeit ein paar Zentimeter von ihr entfernt stand und dass um uns herum eigentlich kaum Menschen waren. Das war bestimmt jemand mit Erfahrung in solchen Dingen...
Naja, aus diesem Grund musste ich mein Handy eine Woche mit ihr teilen, mittlerweile hat sie sich wieder genau das gleiche gekauft. Mir wurden auch schon meine Air Max VOM HOF innerhalb unserer Terrasse gestohlen. Trotzdem fühlen wir uns in Musanze eigentlich ziemlich wohl, bezogen auf die Sicherheit & Co. Ich fühle mich hier sogar sicherer als in so manchen europäischen Städten.

A propos Handy, ich muss euch auch noch eine Handy-Story von mir erzählen, aber davor erst etwas anderes: In der Woche vom 10. bis zum 17. Oktober fanden gleich zwei wichtige Feiern in Kigali statt. Am Donnerstag die erste: Die Begrüßung der Delegation aus Rheinland-Pfalz in der Jumelage. Um es verständlicher auszudrücken: Leute im Anzug, die auch etwas mit der Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda zu tun haben. Und wir Freiwillige der Jumelage waren auch dazz eingeladen. Der Hof der Jumelage war kaum wiederzuerkennen, pico bello dekoriert und das Essen war ziemlich lecker, allein dafür hat es sich schon gelohnt gekommen zu sein. Es gab kleine Häppchen z.B. Mini-Chapatis mit einem Klecks Avocado und Gemüse oben drauf, gegrillte Kartoffeln, Brochettes (Fleisch-Spieße, die ich als Vegetarierin natürlich nicht probiert habe), Mini-Pizzen sowie Mini-Quiches. Aber das Beste kam zum Schluss: Zimt-Crêpes und Erdbeer-Küchlein, ERDBEER-Küchlein!! Wir haben uns so gefreut, da dies die ersten Erdbeeren waren, die wir hier in Ruanda gegessen haben. Außerdem gab es einige Reden und traditionelle Tänze inklusive Musik.

Am nächsten Tag fand ebenfalls eine Feier statt, dieses Mal aber wirklich im großen Stil: Die offizielle Feier des deutschen Botschafters in Ruanda.
Alle deutschen Menschen, die derzeit in Ruanda leben und arbeiten wurden persönlich mit einer ziemlich schicken Einladung per Mail eingeladen, aber auch ein paar Ruander. Somit auch alle deutsche Freiwillige aus ganz Ruanda. Es waren wirklich viele Menschen anwesend, hauptsächlich aber ältere Menschen in Anzügen. Die Kleiderordnung "formell" stand sogar explizit auf unserer Einladung.
Diese Feier hätte ein Ausschnitt aus einem Film sein können, so fancy war sie. Fast schon ein bisschen too much und ziemlich paradox, vor allem in einem Land wie Ruanda. Wir Freiwillige haben uns dabei auch ziemlich unwohl gefühlt, zum Einen aufgrund der ganzen Aufmachung, zum Anderen weil die geladenen Gäste eigentlich ausschließlich Weiße waren und von Schwarzen bedient wurden.
Naja, zu uns hieß es schon einige Wochen vorher, dass wir Freiwilligen uns dieses Jahr unter allen Umständen benehmen müssen, um den Ruf der Freiwilligen vor dem Botschafter wieder ins rechte Licht zu rücken, da dieser im letzten Jahr wohl etwas beschädigt wurde.
Verlockenderweise stand auf dem Grundstück des Botschafters, hinter einer Absperrung, die zu dem Zeitpunkt als ich mit drei anderen Freiwilligen ihn von Näherem betrachten wollte, schon nicht mehr da war, ein Pool. Ein Freiwilliger scherzte ein bisschen und nahm mich auf den Arm und meinte im Spaß, dass er mich nun in den Pool werfen wird. Ich wusste aber ganz genau, dass er dies nicht machen würde, da ich vorher zu ihm meinte, dass ich mein Handy in der Hosentasche habe und weil dies einfach ein totaler Skandal auf solch einer schicken Feier gewesen wäre.
Was ich nicht wusste, war, dass eine andere Freiwillige damit kein Problem hatte und kurzer Hand einfach uns beide in den Pool schubste. Ich konnte gar nicht so schnell denken, im nächsten Moment war ich, gemeinsam mit meinem schicken (und wohlgemerkt hellem) Outfit im Pool des Botschafters. Ich trug eine weiße enge Jeans (mit schwarzer Unterwäsche) und eine hellrosa Spitzen-Bluse. Das Schlimmste an dem "Sturz" war aber, dass mein Handy währenddessen aus der Hosentasche fiel und nun am Boden des Pools lag. Ich war so geschockt, dass ich es nach mindestens vier Tauchgängen immer noch nicht schaffte, das Handy aus dem Pool zu fischen. Also sprang die Übeltäterin pflichtbewusst auch noch in den Pool, um den Schaden so klein wie möglich zu halten. Eigentlich gilt mein Handy ja als "wasserdicht" aber mittlerweile weiß ich, dass man da nicht so viel drauf geben kann, da dies zwar immerhin 30 Minuten halten soll, aber nur in reinem Wasser ohne Chlor und Salz und nur bis zu einer Tiefe von 1,5 Metern und der Pool war eindeutig tiefer. Zudem gibt es keine Garantie auf Wasserschäden - ziemlich unpraktisch. Kurz danach funktionierte es aber noch. Wir wussten, dass wir so, komplett durchnässt am ganzen Körper, nicht wieder nach oben zu den anderen Menschen gehen konnten. Also liefen wir so unauffällig wie möglich zur Straße und fuhren dann pitschnass mit den Motos zu unserer Schlafgelegenheit. Auf dieser Fahrt fing das Handy an, herumzuspinnen sodass nicht mal mehr die Knöpfe bedienbar waren und ich es somit nicht ausschalten konnte. Das war auch der Grund, warum ich zwei Tage lang nicht erreichbar war, ich legte es nämlich so bald ich ankam, in eine Dose mit Reis und zum Glück funktioniert es nun wieder. Nochmal GLÜCK GEHABT!!

Wir waren in den letzten Tagen auch ein bisschen auf Reisen! :)

Ciao Ciao